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Die Bundeswehr soll hunderte neuer Stinger-Flugabwehr-Lenkflugkörper, sogenannte MANPADS (Man Portable Air Defence System), bekommen. Am 26. Juni hat der Haushaltsauschuss die Finanzierung für das Projekt freigegeben. Die Kosten für die Beschaffung, die mittels Foreign Military Sale über die US-Regierung laufen soll, beziffert das Verteidigungsministerium auf ca. 395 Millionen Euro.

Finanziert werden soll das Vorhaben „vorwiegend“ aus dem Einzelplan 60 des Bundeshaushalts (Allgemeine Finanzverwaltung), da die Lenkflugkörper eine Wiederbeschaffung für an die ukrainischen Streitkräfte geliefertes Material aus Bundeswehr-Beständen sind, so das Verteidigungsministerium. Laut dem Ministerium wurden bisher 500 Stinger an die Ukraine geliefert, woraus man schließen kann, da es sich ausschließlich um eine Wiederbeschaffung handelt soll, dass die gleiche Anzahl nun in Auftrag gegeben wird. Mit den neuen Flugkörpern vom Typ Stinger 2 rechnet die Bundeswehr in den Jahren 2028 und 2029. Hersteller ist das US-Unternehmen Raytheon.

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Ein Fliegerfausttrupp, bestehend aus zwei Soldaten, während einer Übung (Foto: Bundeswehr / Christian Timmig)

In der Bundeswehr heißt der Stinger-Lenkflugkörper Fliegerfaust 2. Das System ist 1,5 Meter lang, 15,8 Kilogramm schwer und wird von der Bundeswehr mit einer Reichweite von 6.000 Metern angegeben. Die Fliegerfaust kann von einem Soldaten von der Schulter gestartet werden und wird gegen Flugziele im Tiefstflug und in mittleren Höhen bis zu 3 Kilometern eingesetzt. Nach der optischen Erfassung des Flugziels durch den Schützen und der Aufschaltung des passiven wärmesuchenden Suchkopfs des Lenkflugkörpers, steuert die Stinger nach ihrem Abschuss selbstständig, nach dem Fire and Forget-Prinzip, in das Zielobjekt.

Redaktion / oh