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Wie kann Automatisierung eingesetzt werden, um Prozesse schneller und effizienter zu gestalten und wie kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) dabei helfen? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmenden von Bundeswehr, BWI und ITZBund beim BWI Data Analytics Hackathon 2023. In kleinen Teams arbeiteten sie gemeinsam an innovativen IT-Lösungen.

Zum inzwischen fünften Mal kamen Teilnehmende aus Bundeswehr und BWI in der letzten Novemberwoche zum BWI Data Analytics Hackathon zusammen und tüftelten gemeinsam an Ideen, mit denen Daten für die Streitkräfte nutzbar gemacht werden können. Die in kürzester Zeit programmierten Lösungen wurden anschließend von einer Jury bewertet; besonders vielversprechende Ideen können anschließend von der BWI weiterentwickelt werden.

Nachdem der Hackathon in den letzten Jahren ausschließlich online stattfinden konnte, wurde das Event dieses Jahr erstmals in einer hybriden Form ausgetragen: Knapp die Hälfte den insgesamt rund 70 Teilnehmenden aus BWI, Bundeswehr, der Universitäten der Bundeswehr München und Hamburg sowie des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund) kamen in der IBM Garage in Bonn zusammen, während die andere Hälfte online zugeschaltet war. Gemeinsam arbeiteten sie eine Woche lang in kleinen Teams an vier unterschiedlichen Themen – von Anwendungen zur Vorhersage kritischer klimatischer Veränderungen in Laboren über die frühzeitige Detektion potenzieller Cyberangriffe bis hin zu KI-basierter Erzeugung von Trainingsdaten zur automatisierten Objekterkennung. Zum zweiten Mal gab es auch eine „Beginners-Challenge“, die sich vor allem an weniger erfahrene Teilnehmende richtete und einen ersten Einstieg in die Hackathon-Thematik ermöglichte. Alle Aufgabenstellungen wurden vorab von BWI und Bundeswehr selbst aufgesetzt und knüpfen an reale Problemstellungen und Alltagssituationen an.

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Foto: BWI

Nach einer Woche intensiver Coding-Sessions, Fachvorträgen und Rahmenprogramm, stellten die Teams ihre Ergebnisse einer Jury von Fachexperten aus Bundeswehr, BWI und ITZBund vor. Diese bewertete die entwickelten Lösungen nach bestimmten Metriken: erster Eindruck, Innovationshöhe gegenüber bisheriger Lösungen, Nachhaltigkeit und schnelle Umsetzbarkeit der Lösung, bis hin zu Potential und Reichweite.

Überzeugen konnte das gemischte BWI- und Bundeswehrteam „PixelPioneers“ mit einer innovativen Lösung zum Thema „AI-Driven Adaptive Environment“. Ziel der von der Bundeswehr gestellten Challenge war es, sich veränderte Temperaturen im Labor vorherzusagen und die hochsensiblen Messlinien mittels KI konstant zu halten. Dazu hat das Team einen digitalen Zwilling entwickelt, der die Temperatur und Luftfeuchte des Labors simulieren und durch automatisierte Ansteuerung von Geräten stabilisieren kann.

Eine solche Regelungstechnik ist vor allem in einer Laborumgebung wichtig, bei der eine bestimmte Temperatur gehalten werden muss. Mit diesem Ansatz hat das Siegerteam eine konkrete Problemlösung für die Bundeswehr geschaffen und die Jury überzeugt.

Auch in diesem Jahr hat der BWI Data Analytics Hackathon zahlreiche spannende Lösungen hervorgebracht. Nun prüfen Bundeswehr und BWI, wie man die Ansätze weiterverfolgen kann. Bereits in den letzten Jahren wurden im Rahmen des Events einige vielversprechende Lösungen erdacht, die derzeit von der BWI weiterentwickelt werden. Eines dieser Projekte ist der Propaganda Compass, eine IT-Lösung, die unter anderem Propagandakampagnen auf Social-Media-Plattformen erkennt und Hilfe bei der Recherche und Analyse von Online-Medien zur Lagebilderstellung bietet. Diese Idee entstand beim 3. Data Analytics Hackathon.

Auch in der fünften Ausgabe hat der BWI Data Analytics Hackathon wieder zahlreiche spannende IT-Lösungen hervorgebracht und die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und BWI intensiviert. Und für November 2024 ist der nächste gemeinsame Hackathon bereits in Planung.

Christian M. Bartels, Head of Software Data Solutions & Analytics, BWI GmbH