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Der deutsche Rüstungs- und Automotive-Konzern Rheinmetall hat bei der Geburtstagsfeier des Pionier-Regiments des Königlich Niederländischen Heeres den Demonstrator eines Brückenlegefahrzeugs auf Basis des Gepanzerten Kraftfahrzeugs Boxer präsentiert. Rheinmetall Defence Nederland, eine Tochter des Düsseldorfer Konzerns, hat das modulare Brückensystem nach Ideen und Anforderungen des niederländischen Heeres in Zusammenarbeit mit General Dynamics European Landsystems (GDELS) und Pearson Engineering entwickelt.

Von GDELS stammt die 15 Meter lange faltbare Brücke, mit der Einschnitte bis 14 Meter für Fahrzeuge bis MLC 50 überbrückt werden können, wenn das Ufer entsprechend fest ist. Den Verlegemechanismus einschließlich hydraulischer Energieversorgung hat Pearson geliefert. Die Integrationsarbeiten erfolgten durch Rheinmetall. Die Brücke kann vollständig demontiert werden. Am Fahrzeug verbleiben lediglich Anschlusspunkte und die Energieeinheit im Missionsmodul. Damit ist das Missionsmodul nicht auf „Brückenleger“ fixiert, sondern kann – mit oder ohne Brücke – für andere Aufgaben verwendet werden.

Der Einbausatz einschließlich Brücke und Energieversorgung wiegt rund sieben Tonnen.

Für den Verlegevorgang fährt der Boxer vorwärts an die Brückenstelle. Der Kommandant verbleibt unter Schutz im Fahrzeug und legt zunächst den Stützbalken hydraulisch mindestens 0,5 Meter vor dem Einschnitt ab. Dabei wird die Brücke schon vom Fahrzeug heruntergezogen. Dann wird die Brücke hydraulisch nach vorn geklappt. Dabei wird das hintere Ende entfaltet. Zum Abschluss trennt der Kommandant Brücke und Fahrzeug und gibt die Brücke zur Überfahrt frei. Die Wiederaufnahme erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge und kann von beiden Seiten erfolgen.

Rheinmetall hat den Demonstrator in einem einsatzähnlichen Umfeld präsentiert und sieht die technische Reife im Bereich TRL 6. Bevor eine Serienproduktion in Frage komme, sei noch eine Reihe von technischen und taktischen Anforderungen zu klären. Als möglicher Kunde komme das niederländische Heer in Frage, das als Ideengeber die Entwicklung mitbeeinflusst habe, so Rheinmetall.

KMW hat vor einiger Zeit einen Boxer mit Gefechtsfeldbrücke vorgestellt, dessen Brücke größere Einschnitte überbrücken kann. Allerdings ist der Verlegemechanismus nicht abnehmbar. Daher ist der KMW-Brückenboxer nicht für andere Aufgaben nutzbar.

Redaktion / gwh