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Der Countdown für die Auslieferung des ersten Mechanized Infantry Vehicle (MIV) Boxer für die British Army kommt in die entscheidende Phase. Im Rheinmetall Kompetenzzentrum für taktische Radfahrzeuge in Kassel haben planmäßig die Schweißarbeiten für die Prototypenfertigung und den Serienanlauf begonnen. Seit der Auftragserteilung Ende 2019 sind die vier Varianten des 8×8-Gefechtsfahrzeugs entwickelt worden. Dank des modularen Aufbaus konnten – wie gefordert – qualifizierte Lösungen integriert werden. Nachdem die Meilensteine in der Entwicklung erreicht worden sind, konnte jetzt mit der Produktion der ersten Teile begonnen werden.

Die ARTEC, das Konsortium von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann für die Entwicklung und Produktion des Boxer, hat Rheinmetall mit der Herstellung der ersten Prototypen beauftragt. Hierbei werden bereits in Großbritannien hergestellte Komponenten verbaut, wie zum Beispiel Waffenstationen, Komponenten der Generic Vehicle Architecture, das lokale Lagewahrnehmungssystem oder das Fahrzeug-Notfallbeleuchtungssystem. Insgesamt sind die beiden Konsortialpartner zu gleichen Teilen an der Produktion beteiligt.

Später werden in Kassel die ersten Serienfahrzeuge produziert. Nach dem Serienanlauf in Deutschland wird während des weiteren Produktionsverlaufes ab 2023 der Großteil der Produktionsleistungen in Großbritannien erbracht werden. Hauptproduktionsstätten werden das britische Werk der Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) und das KMW-Tochterunternehmen WFEL sein. Im Vereinigten Königreich wird der überwiegende Teil der Boxer-Fahrzeuge für die British Army hergestellt werden. Der Rheinmetall-Standort Kassel betreibt hinsichtlich der Schweißkompetenzen aktiven Know-how Transfer zu den britischen Kollegen der RBSL.

Serienfertigung für britische Boxer hat begonnen

Insgesamt beschafft die British Army für rund 2,6 Milliarden Euro über 500 Boxer-Fahrzeuge in den Varianten Truppentransporter, Führungsfahrzeug, Sanitätsfahrzeug und Specialist Carrier. Die Auslieferung der gepanzerten 8×8-Fahrzeuge wird voraussichtlich Ende 2022 beginnen.

Gerhard Heiming