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Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) hat am 31. August mit der Bietergemeinschaft Ecolog, FEPS und Rheinmetall einen Rahmenvertrag über die schnelle, weltweite Bereitstellung von Einsatzinfrastruktur für die Bundeswehr abgeschlossen, wie die Bundeswehr auf ihrer Webseite mitteilt.

Der Kern von G-CAP II SU sei eine vorgeplante und rahmenvertraglich gebundene Einsatzinfrastruktur von der Herstellung über den Transport, Aufbau, Betrieb bis hin zum Rückbau, schreibt das BAIUDBw. Da diese Schritte aus einer Auftragnehmerhand abgerufen werden können, werde der gesamte Prozess beschleunigt, so das BAIUDBw weiter.

Das BAIUDBw und die Unternehmen haben rund 140 Leistungspakete geschnürt, die in beliebiger Kombination abgerufen werden können. Hierzu gehören beispielsweise Unterkunfts- und Funktionsgebäude, Verpflegungseinrichtungen, Wasseraufbereitung mit Versorgungsnetz oder Stromerzeugung mit Energiemanagement. Daraus sollen bis 12.000 Unterkunftseinheiten gestaffelt in sechs bis fünfzehn Monaten und auch wiederholend aufgebaut und betrieben werden, beschreibt das BAIUDBw den Leistungsumfang.

Rahmenvertrag G-CAP II SU für stationäre Unterbringung abgeschlossen
Foto: Bundeswehr Ilja Derstroff

Ein Meilenstein sei die gleichzeitige Zusammenarbeit mit drei Vertragspartnern als Bietergemeinschaft. Im Rahmen eines Rotationssystems werde jeder Vertragspartner gemäß dem erteilten Zuschlag im Falle eines Abrufes beauftragt.

Rheinmetall sei eine von drei Firmen, die von der Bundeswehr als strategische Partner für die Unterbringung im Einsatz ausgewählt worden seien, schreibt Rheinmetall in einer Pressemitteilung. Der Vertrag beginne mit der Unterzeichnung und habe eine Grundlaufzeit von vier Jahren mit einer dreimaligen Option einer einjährigen Verlängerung.

Rahmenvertrag G-CAP II SU für stationäre Unterbringung abgeschlossen
Rahmenvertrag G-CAP II SU für stationäre Unterbringung abgeschlossen

Rheinmetall hat für G-CAP II SU eigens die Rheinmetall Project Solutions GmbH gegründet, die im Konzern künftig die Ressourcen und Fähigkeiten für den Bereich Einsatzunterstützung bündeln soll, so Rheinmetall weiter. Das neue Geschäftsfeld soll auch durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Rheinmetall Canada mit ihrem speziellen technologischen Knowhow international ausgebaut werden.

Erste Erfolge sieht Rheinmetall neben dem G-CAP-Rahmenvertrag auch in dem kürzlich durch den von der Rheinmetall Project Solutions GmbH gewonnenen Dienstleistungsauftrag zur Rundumüberwachung eines Feldlagers mittels eines Überwachungsfesselballons (Aerostats) (ESuT berichtete).

Die Unterbringung im Einsatz gilt grundsätzlich als militärische Kernfähigkeit und erstreckt sich von der Einrichtung eines Feldlagers bis hin zum Aufbau einer festen Einsatzinfrastruktur. Hierzu zählen beispielsweise Unterkünfte, Wasserversorgung, Stromerzeugung, Verpflegung, Abfallwirtschaft und Reinigungsleistungen. G-CAP soll eine zusätzliche Möglichkeit an Einsatzinfrastruktur über die gewerbliche Wirtschaft schaffen, um die die eigenen Ressourcen der Bundeswehr zu schonen, damit sie für hohe Bedrohungslagen verfügbar sind.

Gerhard Heiming