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Nach der Genehmigung durch das US Außenministerium im Juni 2019 (ESuT berichtete) und der Billigung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 11. Dezember 2019 im Rahmen einer 25-Mio-Vorlage hat die NATO Support and Procurement Agency NSPA einen Beschaffungsvertrag für 91 modernisierte AGM-88E Lenkflugkörper zur Bekämpfung von feindlichen Radaranlagen (Advanced Anti-Radiation Guided Missile, AARGM) abgeschlossen.

Mit diesem Vertrag erhält Deutschland eine Verbesserung der Fähigkeit zur Bekämpfung feindlicher Luftverteidigung (Suppression of Enemy Air Defence, SEAD).

Bundeswehr erhält AGM-88E AARGM Antiradar-Lenkflugkörper
AGM-88E wird von Orbital ATK – heute eine Geschäftseinheit von Northrop Grumman – hergestellt. Für Deutschland leistet Diehl Defence einen erheblichen Teil der Arbeit. (Foto: David Monniaux / Public Domain)

Neben der Flugkörperbeschaffung umfasst der Vertrag auch die Unterstützung in den Bereichen Technik, Engineering und Logistikdienstleistungen wie z.B. Upgrades, technische Dokumentationen und Schulungen für Betreiber und Instandhalter.

Die AGM-88E Advanced Anti-Radiation Guided Missile (AARGM) ist ein Upgrade der älteren Generation der AGM-88B High-Speed Anti-Radiation Missile (HARM), den Deutschland erstmals 1987 erworben hat.

Die AGM-88E verfügt über einen modernen digitalen Zielsuchsuchsensor, einen Millimeterwellen (MMW)-Radar-Terminalsucher und eine präzise GPS/Inertial-Navigationssystem (GPS/INS)-Lenkung.

Bundeswehr erhält AGM-88E AARGM Antiradar-Lenkflugkörper

Diehl Defence hat mit dem US-Unternehmen Orbital ATK (heute eine Geschäftseinheit von Northrop Grumman) eine exklusive Kooperationsvereinbarung über die Vermarktung und Produktion des modernen Antiradar-Lenkflugkörpers AARGM (Advanced Anti-Radar Guided Missile) in Deutschland geschlossen. Danach wird Diehl wesentliche Arbeitsanteile in Deutschland hinsichtlich Fertigung und Serviceleistungen im Einsatz übernehmen. Die Umrüstung wird mindestens fünf Jahre dauern.

Die Beschaffung der AGM-88E wird unter neuen Richtlinien für Foreign Military Sales (FMS) abgewickelt. Danach darf die NSPA Verträge mit der US Regierung im Namen und im Auftrag der Endnutzer abschließen.

Gerhard Heiming