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In einer Presseerklärung vom 16. September 2019 erklärt Linda Reynolds, die australische Senatorin und Ministerin für Verteidigung, dass die Milliardeninvestition der Regierung für die Nachfolge der derzeitigen Flotte von Gefechtsfahrzeugen des australischen Heeres einen weiteren bedeutenden Schritt vorangekommen ist. Die  Auswahl potentieller Bieter für die Lieferung eines zukünftigen Schützenpanzers wurde von vier auf zwei Unternehmen reduziert.

Nur noch die nun verbleibenden Unternehmen Hanwha Defence Australia und Rheinmetall Defence Australia werden aufgefordert, an der nächsten Bewertungsphase teilzunehmen. Es wird erwartet, dass Rheinmetall den LYNX KF-41 anbieten wird, während Hanwha Defense Systems mit dem AS21 Redback ins Rennen geht. Das LAND 400 Phase 3-Programm, dessen Gesamtwert sich auf ca. 6,2 bis 9,3 Milliarden Euro beläuft, dient dem Ersatz geschützter M113 Armoured Personnel Carriers.

„Die Regierung investiert in die bestmöglichen Fähigkeiten, um den gegenwärtigen und kommenden Bedrohungen zu begegnen. Die neuen Fahrzeuge werden über ein neues Maß an Schutz, Schlagkraft, Mobilität und Kommunikation verfügen“, so die Ministerin. Das Projekt soll Australien mit brandneuen und hochmodernen Fähigkeiten ausstatten. Dabei will Australien so mit den Auftragnehmern zusammenarbeiten, dass man später in der Lage ist, die Fähigkeiten innerhalb des Lebenszyklus selbstständig auszubauen und weiterzuentwickeln. Wenn das Land 400 Programm vollständig umgesetzt ist, will Australien in der Lage sein, alle Arten von Kampfaufträgen ausführen zu können.

Von den beiden jetzigen Bietern wird angenommen, dass sie die Erwartungen am besten erfüllen und gleichzeitig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Australien behält sich aber vor, im Laufe des Projektes bei Problemen die Vorauswahl zu erweitern. Dabei werden Offset Aspekte eine wichtige Rolle spielen, so die australische Verteidigungsministerin.

Eine Entscheidung über den bevorzugten Bieter für die Bereitstellung der Phase-3-Fähigkeit wird der Regierung im Jahr 2022 zur Prüfung vorgelegt.

Wettbewerber

Es wird erwartet, dass Hanwha Defense Systems mit dem AS21 Redback ins Rennen geht. (Graphik: Hanwha Defense Systems)

Der AS21 Redback wird über ein aktives Schutzsystem (APS) verfügen, kann elf Soldaten aufnehmen (drei Mann Besatzung und bis zu acht Mann im hinteren Kampfraum), erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h (im Gelände 40 km/h) und hat eine Reichweite von bis zu 500km. Die Bewaffnung besteht aus einer 30 mm Kanone und einem koaxialen 7,62 mm MG.

Es wird erwartet, dass Rheinmetall den LYNX KF-41 anbieten wird. (Foto: Rheinmetall)

Der Schützenpanzer Rheinmetall Lynx KF-41, welcher derzeit neben Australien auch in Tschechien und den USA angeboten wird, hat Platz für elf Soldaten (drei Mann Besatzung und bis zu acht Mann im hinteren Kampfraum), und ebenfalls eine maximale Geschwindigkeit von 70km/h sowie eine Reichweite von bis zu 500 km. Als Bewaffnung hat das Fahrzeug den LANCE 2.0 Turm mit einem Wechselsystem für eine 30 oder 35 mm Bordmaschinenkanone, einem koaxialen 7,62 mm MG sowie weiteren Optionen für Nächstbereichswaffen.

Die in der Ausschreibung geforderte Absitzstärke liegt bei sechs Soldaten. Das Fahrzeug muss in der Mobilität den Kampfpanzern folgen können. Ausgeschrieben sind neben den 232 Schützenpanzern auch 17 Manoeuvre Support Vehicles. Dabei handelt es sich um einen durchsetzungsfähigen Begleitpionierpanzer, welcher einerseits feindliche Hindernisse beseitigen und andererseits beim Bau eigener Feldbefestigungen unterstützen soll. Daneben sind sieben weitere Varianten vorgesehen: Führungsfahrzeug (21), Vorgeschobener Beobachter/Joint Fire Support (19), Pioniererkunder (9), Sanitätsfahrzeug (24), Instandsetzungsfahrzeug (25), Bergepanzer (22), Pionierpanzer (31). Vier weitere mögliche Varianten sind Mörserträger (15), Mörsermunitionstransporter (25) Logistikfahrzeug (27) und ein amphibisches Gefechtsfahrzeug (50).

Vor der heutigen Ankündigung waren neben Rheinmetall und Hanwha noch BAE Systems mit dem CV90 MkIV sowie General Dynamics European Land Systems mit dem ASCOD 2 im Rennen.

Nach dieser Ankündigung soll jetzt eine erste Testphase (12 bis 18 Monate) folgen, mit einer anschließenden „Risk Mitigation Activity“ (3. Quartal 2020). 2022 soll die Beschaffungsentscheidung fallen und im Haushaltsjahr 2024/25 die erste Einsatzbereitschaft gegeben sein. Volle Einsatzbereitschaft ist ab 2030 geplant.

André Forkert