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Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat im australischen Schützenpanzerprogramm Land 400 Phase 3 das endgültige Angebot für das Infanteriekampffahrzeug Lynx IFV abgegeben. Die Abgabe des Best and Final Offer (BAFO) sei das Ergebnis der zwei Jahre langen Erprobungsphase Risk Management Activity (RMA) des australischen Verteidigungsministeriums, teilte das Unternehmen mit. Über die Erprobungsphase hat ESuT berichtet.

„Die Tests und die damit verbundenen Arbeitsgruppendiskussionen haben eine Reihe von Risiken gemindert, die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs und des Unternehmens bestätigt und den Zugang für weitere australische Unternehmen zur Teilnahme an diesem Programm verbessert“, sagte Gary Stewart, Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Australia.

Rheinmetall sieht den Lynx IFV als Schützenpanzer der neuesten Generation, der mit seinem Kettenlaufwerk, der Digitalisierung und dem hohen Schutzniveau punktet. Der Lance-Turm von Rheinmetall sei für präzise und überlegene Wirkung ausgelegt und biete ein integriertes Gefechtsführungssystem.

„Dank ihres modularen Konzeptes ist die Lynx-Kettenfahrzeugfamilie sehr vielseitig. Lynx lässt sich leicht konfigurieren und umrüsten, so dass die Fahrzeugfamilie alle zehn von dem australischen Heer geforderten Rollen erfüllen kann“, so Stewart weiter.

Der Lynx IFV soll im Rheinmetall-Produktionszentrum MILVEHCOE – wie gefordert – unter starker Beteiligung der australischen Industrie hergestellt werden. Dort wurden und werden auch die Logistikfahrzeuge (Land 121) und Boxer-Radspähpanzer (Land 400 Phase 2) hergestellt. Das MILVEHCOE soll auch als Basis für das gesamte Flottenmanagement, die Ausbildung und die Betreuung des Lynx während seiner gesamten Nutzungsdauer fungieren.

Als nächsten Schritt im Rüstungsprogramm erstellen die australischen Streitkräfte einen Abschlussbericht und werten die BAFO der beiden Anbieter aus. Im Wettbewerb steht noch die koreanische Firma Hanwha Defense mit dem Redback.

Endgültiges Angebot für Lynx IFV in Australien
Endgültiges Angebot für Lynx IFV in Australien

2022 soll eine Entscheidung über den Kauf von rund 450 Schützenpanzern getroffen werden. Das Auftragsvolumen wird auf 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro geschätzt. Das australische Heer will 2024/25 eine Anfangsbefähigung (Initial Operating Capability – IOC) und bis 2030/31 die volle Befähigung (FOC) erreichen.

Zu Land 400 Phase 3 gehören auch 17 Unterstützungspanzer. Kürzlich hat Rheinmetall im MILVEHCOE das Lynx Combat Support Vehicle (CSV) vorgestellt, das große logistische Übereinstimmung mit dem Lynx IFV aufweist, ESuT berichtete.

2020 hat sich Ungarn für den Kauf von 218 Schützenpanzern Lynx entschieden. Darüber hinaus steht der Lynx in Tschechien und in den USA im Wettbewerb und weitere Streitkräfte haben Interesse angemeldet.

Gerhard Heiming