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Mit der Auswahlentscheidung des Generalinspekteurs der Bundeswehr für eine Bewaffnung zur Selbstverteidigung von U-Booten gegen Angriffe aus der Luft sind die Chancen für das Flugkörperprojekt IDAS (Interactive Defence and Attack System for Submarines) von Diehl und thyssenkrupp Marine Systems deutlich gestiegen. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte die von beiden Unternehmen gegründete Arbeitsgemeinschaft den Technologiepreis der wehrtechnischen Industrie gewonnen. Ausgezeichnet wurde das Konzept eines Flugkörpers, der von getaucht fahrenden U-Booten eingesetzt werden kann – eine technologische Innovation, die der nationalen Sicherheitsvorsorge dient.

IDAS erschließt dem Waffensystem U-Boot neue Möglichkeiten zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft, z.B. durch U-Jagdhubschrauber, ohne auftauchen zu müssen. Auch gegen Überwasserschiffe und Landziele in Küstennähe kann die präzise geführte Mehrzweckwaffe erfolgreich eingesetzt werden.

Der Lenkflugkörper wird unter Wasser ohne zusätzliche Schutzhülle aus dem Torpedorohr hydraulisch ausgestoßen, steuert mittels Autopilot zur Wasseroberfläche und beschleunigt in den Marschflug, um schließlich mit hoher Präzision ins Ziel zu lenken. Einzigartig ist der permanente Datenaustausch zwischen U-Boot und Flugkörper mittels Lichtwellenleiter während der gesamten Mission. Mit den vom Suchkopf in Echtzeit übermittelten Bildern kann die Besatzung jederzeit Einfluss auf Flugbahn und Zielauswahl nehmen.

Deutschland will U-Boot-Flugkörper beschaffen
Deutschland will U-Boot-Flugkörper beschaffen

Bereits 2006 absolvierte ein Prototyp des Mehrzweckflugkörpers seinen erfolgreichen Erstflug. Zwei Jahre später folgte ein Testschuss von einem deutschen U-Boot der Klasse 212A. 2016 wurde IDAS erstmalig von einem norwegischen U-Boot ausgestoßen. Mit IDAS werden die U-Boote der Marine in Zukunft erstmals die Fähigkeit zur Selbstverteidigung und aktiven Gegenwehr erhalten.

Jürgen Hensel