Für besatzungslose Über- und Unterwasserfahrzeuge hat der deutsche Navigationsspezialist Anschütz ein integriertes und ganzheitliches Navigations- und Einsatzsystem entwickelt. Auf der Basis bewährter, verfügbarer und zugelassener Systemkomponenten ist ein zuverlässiges Einsatzsystem für autonome und besatzungslose Marineoperationen entstanden, das nahtlos in vorhandene Strukturen integriert werden kann. Einer Mitteilung von Anschütz zufolge wird das System nach umfangreichen Tests im autonomen Betrieb derzeit für den Einsatz in Prototypen vorbereitet.
Das von Anschütz entwickelte System gewährleistet eine präzise und sichere autonome Navigation, Steuerung und Bedienung besatzungsloser Plattformen und ermöglicht gleichzeitig die Fernüberwachung und -steuerung durch eine taktische Operationszentrale, z.B. eine Landstation oder ein Mutterschiff. Bei Bedarf könne die Fähigkeits- und Sicherheitserweiterung für unbemannte Systeme auch in einer mobilen Containerlösung erfolgen.

Kernstück der Gesamtlösung ist das integrierte Navigationssystem SYNAPSIS, das sichere Technologien nutzt und weiterentwickelt, schreibt Anschütz. Die autonome Navigation, die taktischen Missionsfunktionen und das Automationsmanagement basieren auf bewährten Technologien des Unternehmens.
Als Fähigkeitsspektrum des autonomen Navigations- und Einsatzsystems nennt Anschütz
- die Überwachung und Steuerung von Plattformen,
- die Generierung eines umfassenden maritimen Lagebildes durch Navigationssensoren, optische Sensoren und Überwachungssysteme sowie
- ein erweitertes taktisches Zielmanagement.
Unbemannte Schiffe werden präzise und sicher navigiert und dynamisch mit automatischer Kurs- und Geschwindigkeitsregelung manövriert, unterstützt durch ein Kollisionsvermeidungssystem, so Anschütz. Die Zielerfassung und -klassifizierung sei automatisiert und eine Reihe taktischer Funktionen seien nahtlos in das System integriert.
Anschütz hat in dem System eine META-Architektur verwendet, die eine Skalierung von Assistenzsystemen bis hin zu hochautomatisierten Systemen und von der Überwachung und Steuerung unbemannter Überwasserfahrzeuge (USVs) bis hin zu Automatisierungslösungen für Kampfschiffe ermöglicht. Die Modularität ermögliche eine einfache Integration und Erweiterung von Sensoren, Automatisierungsprozessen und Kommunikationssystemen und unterstütze gleichzeitig kundenspezifische Sicherheitsanforderungen. Zudem können das System an zukünftige Vorschriften und Standards angepasst werden.
Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal des Navigations- und Einsatzsystems hat Anschütz die funktionale Integration der autonomen Navigation mit den Komponenten des Missionssystems herausgestellt. Durch die Verfügbarkeit und Automatisierung taktischer Missionsfunktionen und die Zusammenführung aller Borddaten zu einem gemeinsamen operationellen Lagebild schaffe das System einen erheblichen Fähigkeitsvorteil und biete eine hohe Flexibilität für unterschiedliche Missionen. Durch die Integration mehrerer Einheiten in einen Systemverbund können Geschwindigkeit und Effektivität maritimer Operationen deutlich gesteigert werden.
Typische Anwendungsszenarien sind ISR-Einsätze (Intelligence, Surveillance & Reconnaissance), die Sicherung kritischer maritimer Infrastrukturen und Küsten sowie die Detektion von Minen und anderen Unterwasseranomalien.
Editorial staff / gwh










