Auf der Eurosatory haben die Renk Group und die finnische Patria ein wegweisendes Konzeptmodell für ein schweres besatzungsloses Bodenfahrzeug (UGV) der nächsten Generation vorgestellt. Im Zentrum dieser strategischen Kooperation steht die technologische Kompetenz von Renk im Bereich hochentwickelter Antriebslösungen.
Digitalisierte und skalierbare Fahrzeugarchitektur
Das präsentierte Demonstrationsmodell verbindet die modular aufgebaute, gepanzerte Kettenfahrzeugplattform TRACKX von Patria mit dem digitalisierten HSWL 076-Getriebe und der hochentwickelten Drive-by-Wire-Mobilitätsarchitektur von Renk. Durch diese Integration zeigen die Partnerunternehmen, wie innovative Antriebstechnik den Übergang zu ferngesteuerten und zukünftig vollautonomen Landsystemen maßgeblich beschleunigen kann.
Der Schwerpunkt des Beitrags von Renk liegt auf der Bereitstellung einer digitalisierten und skalierbaren Fahrzeugarchitektur, die als fundamentale technologische Basis für kommende Landoperationen gilt. Das Zusammenspiel des HSWL 076-Getriebes mit der modernen Steuerungstechnik ermöglicht eine präzise digitale Kontrolle des schweren Kettenfahrzeugs ohne physische Verbindungselemente.

Gemeinsame Entwicklung
Alexander Sagel, CEO der Renk Group, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Zusammenarbeit ein Paradebeispiel für europäische Verteidigungskooperation darstellt, die logistische und technologische Innovationen schnell in skalierbare, zukunftsfähige Fähigkeiten umsetzt. Ein wesentlicher Vorteil der Renk-Antriebstechnologie besteht darin, dass sie eine stärkere Standardisierung und technische Gemeinsamkeit zwischen Fahrzeugflotten mit und ohne Besatzung schafft, was die Wartung und den Betrieb für Endnutzer erheblich erleichtert.
Die gemeinsame Entwicklung reagiert direkt auf die veränderten Realitäten moderner Konflikte, wie sie sich insbesondere im Ukraine-Krieg zeigen. Besatzungslose oder optional mit Besatzung betriebene Systeme sind auf dem heutigen Gefechtsfeld zu einer Notwendigkeit geworden.
NATO-Streitkräfte suchen verstärkt nach Lösungen, die das Risiko für die Besatzungen in stark umkämpften Gebieten minimieren, ohne dabei Abstriche bei Mobilität, Schutz und Missionseffektivität zu machen. Das auf dem Renk-Messestand präsentierte UGV-Konzept spiegelt diesen operativen Wandel wider und kombiniert die Geländegängigkeit der Patria-Plattform mit der digitalen Antriebskompetenz von Renk.
Gerhard Heiming

















