Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall und das südkoreanische Verteidigungsunternehmen LIG Defense&Aerospace (LIG D&A) haben am 15. Juni während der Eurosatory eine strategische Partnerschaft zur Bereitstellung hochmoderner Luftverteidigungssysteme für Europa und das NATO-Territorium vereinbart. Kurzfristiges Ziel dieser Kooperation ist die Gründung eines Joint Ventures, an dem Rheinmetall die Mehrheitsanteile halten wird, wie Rheinmetall in einer Mitteilung schreibt.

Südkoreanische Luftverteidigungs-Raketensysteme

Im Fokus der Zusammenarbeit steht demnach die Lokalisierung, Weiterentwicklung und Vermarktung der südkoreanischen Luftverteidigungs-Raketensysteme mittlerer und großer Reichweite (MRAD / LRAD) in Europa. Diese sollen eng mit Rheinmetalls bestehender Nahbereichs-Luftverteidigung (VSHORAD) verknüpft werden. Darüber hinaus planen die Partner die gemeinsame Entwicklung neuer Raketen und Fähigkeiten für den Kurzstreckenbereich (SHORAD), um bestehende Fähigkeitslücken zu schließen und umfassende, schlüsselfertige Lösungen über alle Luftverteidigungsschichten hinweg aus einer Hand anzubieten.

Die Partner reagieren damit auf die jüngsten Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die die kritische Bedeutung unabhängiger, schneller und zuverlässiger Lieferketten für den militärischen Erfolg verdeutlicht haben. Die Kooperation soll die enorm hohe Nachfrage nach mehrschichtigen Abwehrsystemen, Raketen und Munition bedienen.

Auf dem Rheinmetall-Stand auf der Eurosatory war diese LIG-Rakete ausgestellt, die zum Portfolio des geplanten Joint Ventures gehören wird. (© Gerhard Heiming)

Europäisches Verteidigungs-Kraftzentrum

Laut Oliver Dürr, CEO von Rheinmetall Air Defence, ergänzen sich die Portfolios beider Unternehmen ideal für aktuelle und zukünftige Marktherausforderungen. Ickhyun Shin, CEO von LIG D&A, sieht in der Partnerschaft den Aufbau eines europäischen Verteidigungs-Kraftzentrums. Durch die Kombination der kampferprobten südkoreanischen Raketentechnologie mit dem europäischen Netzwerk und der Expertise von Rheinmetall wollen die Unternehmen hochgradig wettbewerbsfähige sowie interoperable Lösungen schaffen und so die integrierte Luft- und Raketenabwehr Europas nachhaltig stärken.

Gerhard Heiming