Auf der Eurosatory hat IDV, ein Unternehmen von Leonardo, seine neuesten Entwicklungen im Bereich besatzungsloser Bodenfahrzeuge (UGV) und autonomer Systeme vorgestellt. Angesichts moderner hybrider Konflikte gewinnen UGV rasant an Bedeutung, da sie kleineren Streitkräften ermöglichen, eine überproportionale Kampfkraft zu generieren. Dank extrem kurzer Entwicklungszyklen im Software- und Hardwarebereich können diese Systeme technologisch flexibel an moderne Prozessoren, Sensoren und KI-Anwendungen angepasst werden.
Multifunktionales 6×6-UGV Viking
Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand das internationale Debüt der nächsten Generation des multifunktionalen 6×6-UGV Viking. Das Fahrzeug verfügt über eine gesteigerte rein elektrische Reichweite von bis zu 30 Kilometern sowie das mastmontierte elektro-optische Sensorsystem Janus-D, das eine präzise Fernsteuerung und Maschinenlesbarkeit ermöglicht, während das Fahrzeug in Deckung bleibt.
IDV zeigte die Plattform in zwei neuen Konfigurationen. Die erste Variante ist mit der fortschrittlichen Anti-Drohnen-Waffenstation Leonardo Hitrole C-UAS ausgestattet, die mobile Abwehreinsätze gegen Luftbedrohungen erlaubt. Die zweite Konfiguration umfasst ein bodengestütztes Präzisionsraketensystem von MBDA zur Bekämpfung von Hochwertzielen außerhalb der Sichtlinie im Fire-and-Forget-Modus.
Besatzungsloser, leichter Hybrid-Panzer CLX2
Als weitere Weltneuheit präsentierte IDV den CL2X, einen besatzungslosen, leichten Hybrid-Panzer auf Gummiketten. Dieses 16 Tonnen schwere System mit einer Nutzlast von bis zu fünf Tonnen kombiniert ein serielles Hybrid-Antriebskonzept mit vollautonomen Fähigkeiten. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine Gesamtreichweite von 500 Kilometern, wovon 30 Kilometer für Schleichfahrten im lautlosen Batteriemodus genutzt werden können.
Der CL2X ist für das Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) konzipiert, bei dem ein einziges bemanntes Führungsfahrzeug mehrere besatzungslose Kampfeinheiten koordiniert. Auf der Messe war der Panzer als Begleitfahrzeug für Kampfpanzer ausgestellt, ausgerüstet mit dem ferngesteuerten 30mm-Turm Hitfist 30 UL von Leonardo zur Abwehr von Drohnen und asymmetrischen Bedrohungen.
MACE für die Nachrüstung bestehender Fahrzeuge
Ergänzend zu den neuen Plattformen demonstrierte IDV die Nachrüstbarkeit bestehender Fuhrparks. Das MACE-Autonomiesystem (Modular Autonomy Controlled Equipment) und die GPS-unabhängige ATLAS-Navigation wurden so entwickelt, dass sie auch in ältere Fahrzeugtypen integriert werden können, was Streitkräften einen kostengünstigen Weg zur Flottendigitalisierung bietet. Um das Zusammenspiel dieser Systeme im Netzwerk zu veranschaulichen, zeigte IDV in einer interaktiven Simulation, wie eine kleine Kommandoeinheit eine gesamte UGV-Flotte von der strategischen Führungsebene bis zum Einzelsoldaten im Gefecht steuert.
Gerhard Heiming


















