Indra Group und Rheinmetall haben auf der Eurosatory eine Vereinbarung zur Integration des NEMUS AESA-Radars in die modulare Architektur des aktiven Schutzsystems StrikeShield (APS) unterzeichnet. Das hat die Indraa Group am 17. Juni mitgeteilt. Die Kooperation zielt darauf ab, den Schutz gepanzerter Fahrzeuge der nächsten Generation gegen moderne Bedrohungen wie Drohnen und Hyperschall-Projektile zu stärken.

NEMUS für gegensätzliche Aufgaben

Nach Angabe von Indra zeichnet sich das NEMUS-Radar durch eine technologische Besonderheit aus: Es kann mit derselben Hardware extrem langsame Ziele (wie Drohnen mit 10 m/s) detektieren und gleichzeitig Hochgeschwindigkeitsbedrohungen von über 2.000 m/s (wie KE-Wuchtgeschosse) verfolgen. Diese Vielseitigkeit ermöglicht den Einsatz im gesamten Spektrum von C-UAS, Nahbereichsluftverteidigung (SHORAD), Aufklärung (ISTAR) bis hin zum Panzer-Selbstschutz. Im APS-Verbund übernimmt NEMUS die präzise Bedrohungserfassung, während Rheinmetalls StrikeShield die Feuerleitung berechnet und die optimale Gegenmaßnahme auslöst.

Indra hat das NEMUS-Radar-System auf einem Kampfpanzer Leopard 2 A4 integriert. Ziel der Musterintegration war der Nachweis Leistungsfähigkeit. (© Indra)

NEMUS für APS-Anwendungen

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen und haben das Radar in Live-Firing-Tests validiert. Mit dem Abkommen festigt Indra seine Rolle als globaler Kernlieferant für APS-Radarlösungen. Die NEMUS-Radarfamilie ist bereits fest in großen europäischen Panzerprogrammen wie FAMOUS, MARTE und AURIGA eingeplant. Das Radar ist bereits als Aufklärungselement an einem Kampfpanzer Leopard 2 getestet worden. Zudem wird Indra seine Expertise in das DARTBRAKER-Projekt der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) einbringen. In dem Programm werden aktive Schutzsysteme entwickelt.

Gerhard Heiming