Der finnische Rüstungskonzern Patria und das litauische Verteidigungsunternehmen KOVO Armor haben eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet. Diese folgt auf die Ankündigung des litauischen Verteidigungsrates vom Mai 2026, insgesamt 936 gepanzerte Patria 6×6-Fahrzeuge beschaffen zu wollen. KOVO Armor ist dabei der erste Partner eines geplanten langfristigen Netzwerks in Litauen. Die Vereinbarung bildet die Basis für detaillierte Gespräche über eine industrielle Kooperation, die eine lokale Produktion, den Technologietransfer sowie den Aufbau von Fachkräften umfasst.

Kooperation für den gesamten Lebenszyklus

Patria betonte nach Gesprächen mit potenziellen Partnern, dass Litauen alle Voraussetzungen für diesen Technologietransfer erfüllt. Die Zusammenarbeit soll den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge abdecken, einschließlich Logistik, Ersatzteilen und Wartung vor Ort. Das übergeordnete Ziel ist es, die heimische Industrie zu stärken, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und die Versorgungssicherheit des Landes zu erhöhen. Jussi Järvinen von Patria und Agnė Rakštytė, CEO von KOVO Armor, hoben die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Vorteile sowie die Stärkung der Lieferketten hervor.

Litauen hat 936 Patria 6×6 bestellt, die zum Teil im eigenen Land hergestellt werden sollen. (© Patria)

Das internationale CAVS-Programm

Die Fahrzeuge sind Teil des 2020 gestarteten CAVS-Programms, einer gemeinsamen 6×6-Panzerfahrzeugplattform. Neben Finnland, Lettland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Deutschland und Großbritannien nutzen auch die ukrainischen Streitkräfte diese Fahrzeuge. Die Länder haben fast 2.000 Fahrzeuge bestellt, von denen über 300 an die Nutzer ausgeliefert sind. Deutschland hat seinen Bedarf von bis zu 4.000 Fahrzeugen nur zum Teil (876 Stück) in Bestellungen umgesetzt. Norwegen und Großbritannien befinden sich in Vertragsverhandlungen.

Das Programm steht weiteren europäischen und NATO-Staaten offen.

Gerhard Heiming