Japan bestellt Loitering Munition
Loitering Munition gewinnt stark an Bedeutung, weil sie Aufklärung und Präzisionsschlag in einem System vereint. Als Hybrid aus Drohne und Lenkwaffe können diese Systeme stundenlang über dem Zielgebiet kreisen („loiter“), Ziele eigenständig oder ferngesteuert aufklären und bei Befehl präzise im Sturzflug zerstören.
Ihre wachsende Bedeutung verdanken sie der enormen Kosteneffizienz im Vergleich zu traditioneller Artillerie oder Kampfjets sowie der Fähigkeit, die Luftverteidigung zu überwinden. Sie demokratisieren die Luftaufklärung und den präzisen Fernkampf, was sie weltweit zu einem strategischen Schlüsselwerkzeug für die Streitkräfte macht.
Zurzeit boomt die Bestellung von Loiteríng Munition Systemen (LMS) weltweit. Allein Deutschland hat im März/April bei Helsing, Stark und Rheinmetall eine fünfstelligen Anzahl LMS zur Lieferung im nächsten Jahr bestellt. Die damit verbundenen Rahmenverträge lassen die Lieferung einer sechsstelligen Anzahl in den Folgejahren zu, wenn die entsprechenden Nachweise erbracht werden.

Strategiewechsel in Japan
Jetzt wurde bekannt, dass die japanischen Boden-Selbstverteidigungskräfte (Japan Ground Self Defense Force, JGSDF) eines radikalen, historischen Strategiewechsels angesichts der wachsenden Spannungen verstärkt auf besatzungslose Systeme setzt. Um die neuen Waffensysteme taktisch zu führen, wurde im April 2026 eine komplett neue, spezialisierte Drohnen- und KI-Abteilung innerhalb der JGSDF gegründet. Sie soll die Doktrin entwickeln, wie autonome Loitering Munition im Verbund mit bemannten Panzern und der küstennahen Artillerie eingesetzt wird.
Japan will eine eigene LMS-Industrie aufbauen. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hat eine nationale „Public-Private-Roadmap“ gestartet. Das Ziel ist es, japanische Tech-Startups massiv zu fördern, um billige, KI-gestützte Massendrohnen im eigenen Land zu produzieren. Für den Sofortbedarf werden unter anderem eingeführte LMS beschafft.
Der deutsche KI-Spezialist und Drohnenhersteller Helsing berichtet über eine erste diesbezügliche Vereinbarung mit Japan:
HX-2: Vertrag mit Japan
Die japanische Regierung hat eine erste Vereinbarung für das Loitering-Munitions-System HX-2 mit dem Münchner KI-Rüstungsunternehmen Helsing abgeschlossen. Der Schritt, der durch einen lokalen Vermittlungspartner ermöglicht wurde, signalisiert weiterhin wachsendes internationales Interesse an dem System, das unter anderem bereits in Deutschland Frankreich, Schweden, Großbritannien geflogen ist.
Insbesondere ist Helsings HX-2 das einzige deutsche Loitering-Munitions-System (LMS), das derzeit in der Ukraine in großem Maßstab eingesetzt wird. Tausende Systeme sind bislang geliefert und werden von mehreren Einheiten im Frontgebiet verwendet.
Die Rückmeldungen aus dem Einsatzgebiet sind mittlerweile eindeutig: So teilte zuletzt zum Beispiel Serhii „Flesh“ Beskrestnov, direkter Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov, ein Video, in dem eine ukrainische Einheit den HX-2 nach dem Einsatz feiert.
Auf russischer Seite warnen Militärkreise unterdessen vor der hohen Treffergenauigkeit des Systems, wie die Zeitung Die Welt berichtete. Im Februar 2026 beschaffte die deutsche Bundesregierung mehrere Tausend Drohnen für eine erste Tranche von 300 Millionen Euro innerhalb eines Rahmenvertrags von bis zu einer Milliarde Euro. Helsing liefert diese Drohnen an die Brigade Litauen. Zuvor hatte das System bei Tests mit der Bundeswehr – zum Beispiel beim Aufklärungs- und Wirkverbunden und in der Experimentalserie – hohe Trefferquoten von bis zu 100 Prozent demonstriert.
gwh / Helsing


















