Die Technologiekonzerne Rheinmetall und die spanische Indra haben eine weitere Vereinbarung (Absichtserklärung) unterzeichnet, um ihre strategische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, diesmal mit dem Schwerpunkt Produktion von militärischen Fahrzeugsystemen für europäische und lateinamerikanische Streitkräfte. Darüber informierte Indra am 26. März.

Bereits im Mai 2025 hatten die Unternehmen die Zusammenarbeit bei gepanzerten Fahrzeugen für die spanischen Streitkräfte vereinbart. Damals standen die Feuerleitanlage und das Gefechtsführungssystem für den Leopard 2E im Mittelpunkt.

Rheinmetall und Indra wollen in einem Joint Venture 3.000 Militär-Lkw für Spanien produzieren. (Foto: Rheinmetall)

Joint Venture für Militär-Lkw

Jetzt wollen Rheinmetall und Indra als nächsten Schritt noch in diesem Jahr ein Joint Venture gründen, um sich um einen Auftrag der spanischen Armee zur Beschaffung von bis zu 3.000 Militärlastwagen zu bewerben.

Mit dem Ausbau der Partnerschaft sollen zukünftig weitere Projekte im Bereich moderner Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien gemeinsam angegangen werden. Dazu gehören Indra zufolge die Modernisierung von gepanzerten Kettenfahrzeugen, Aktivitäten im Bereich taktischer Unterstützungsfahrzeuge sowie die gemeinsame Beteiligung an einer Lösung für taktische gepanzerte Schützenpanzer (IFV) und – wie oben schon genannt – die Gründung von Konsortien für Aufträge im Bereich Logistik-Lkw.

Die Vereinbarung geht über Kampffahrzeuge hinaus und umfasst weitere Geschäftsbereiche, darunter unter anderem weltraumgestützte Kommunikationslösungen. Ziel ist es, innovative Lösungen für Streitkräfte zu entwickeln und gleichzeitig die europäische industrielle Basis im Verteidigungssektor langfristig zu stärken. Die Absichtserklärung schaffe den Rahmen für eine intensivere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Integration über die Produktion bis hin zum Service, schreibt Indra. Beide Unternehmen werden ihre sich ergänzenden Kompetenzen in den Bereichen Systemintegration, Sensortechnologie, Digitalisierung sowie Plattform- und Effektorsysteme einbringen.

Zwei Marktführer arbeiten zusammen

„Es ist eine perfekte Kombination: Indra ist Marktführer in Spanien, und Rheinmetall ist Marktführer in Deutschland“, sagte Rheinmetall-CEO Armin Papperger. „Wir beabsichtigen, bei Fahrzeugen, Satelliten, Elektronik und Marinesystemen zusammenzuarbeiten. Ausgangspunkt für diese Zusammenarbeit sind zwei Ausschreibungen der spanischen Regierung über bis zu 3.000 Militär-Lkw und mehrere hundert taktische Fahrzeuge. Wir sprechen hier von mehreren Milliarden Euro.“

Der Vorstandsvorsitzender der Indra-Gruppe, Ángel Escribano, verwies auf die langjährige Vertrauensbeziehung des Unternehmens zu Rheinmetall. Diese ermögliche es, neue Bereiche der Zusammenarbeit zu erschließen, um immer fortschrittlichere Systeme in immer kürzerer Zeit zu liefern und gleichzeitig die zukünftige Führungsposition der europäischen Industrie weltweit zu sichern.

„Indra stellt erneut seine Fähigkeit unter Beweis, Partnerschaften aufzubauen, die es uns ermöglichen, die Lieferung der von unseren Kunden benötigten Systeme zu beschleunigen, und bekräftigt damit unser Engagement für Europa und seine Verbündeten zur Stärkung der technologischen Souveränität und strategischen Autonomie“, ergänzte José Vicente de los Mozos, CEO der Indra-Gruppe.

Unterschiedliche Partner

Mit Rheinmetall und Indra wollen zwei stark unterschiedliche Unternehmen zusammenarbeiten. Während Rheinmetall mit rund 33.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr knapp zehn Milliarden Euro ausschließlich im Verteidigungssektor umsetzte, erreichte Indra mit doppelt so viel Mitarbeitern nur halb so viel Umsatz, und nur ein Viertel davon (1,4 Milliarden Euro) mit Rüstungsgütern.

Gerhard Heiming