Ein teleoperiertes Shuttle soll ab Mai im Pilotbetrieb in Düsseldorf den Flughafen-Bahnhof und das Flughafen-Terminal verbinden. Die Strecke berührt den EUREF-Campus, ein internationales Schaufenster für die Energiewende, und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr.
Anlässlich der Fachmesse XPONENTIAL Europe haben Rheinmetall, die MIRA GmbH und die Rheinbahn AG den Start des gemeinsamen Pilotbetriebs am Flughafen Düsseldorf bekannt gegeben. Auf der Messe hatte MIRA den Leitstand für das teleoperierte Fahren aufgebaut und betrieb damit ein Demonstrations-Fahrzeug, in dem Besucher mitfahren konnten.

Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum
Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter („on-demand“) Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt, teilte Rheinmetall mit. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel sei es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.
Beitrag zum ÖPNV
„Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt“, ordnete Annette Grabbe, Sprecherin des Rheinbahn-Vorstands, das Vorhaben ein.
Win Neidlinger, Geschäftsführer MIRA ergänzte: „Mit unserer Teleoperationslösung liefern wir einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines zukunftsfähigen und starken ÖPNV. Durch die effiziente Teleoperation von On-demand Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen.“
Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller sieht es als wichtig an, dass die Stadt die richtigen Rahmenbedingungen schafft und solche Projekte möglich macht. „Denn genau so entsteht ein moderner, leistungsfähiger Nahverkehr, der auch in Zukunft zuverlässig für die Menschen da ist – und zugleich stärken wir Düsseldorf als Innovationsstandort für die Mobilität von morgen.“
Teil eines europäischen Zukunftsprojekts
Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA (Post-quantum secure generic IoT application), das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel der Initiative ist Rheinmetall zufolge der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und MIRA entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV.
Gerhard Heiming
















