Im September 2025 hat China eine große Militärparade in Peking durchgeführt, die international gehörige Aufmerksamkeit erregt hat. Von den dort präsentierten Flugkörpern stellen die neuen konventionellen Systeme signifikante militärische Fortschritte dar, während die vorgeführten Atomraketen keine Fähigkeitszuwächse befürchten lassen. Dieser Befund ist aber keineswegs beruhigend. Wegen der militärischen Kräfteverhältnisse in Ostasien und Chinas revisionistischer Agenda verspricht sogar diese wachsende konventionelle Macht Pekings mehr Instabilität.

Chinas Regierung unter Führung von Präsident Xi Jinping hat den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges zum Anlass genommen, der chinesischen Bevölkerung und der Welt die geballte militärische Hardpower des Landes wortwörtlich vor Augen zu führen. In einer knapp siebzigminütigen Siegesparade auf dem Platz des Himmlischen Friedens zeigte die chinesische Volksbefreiungsarmee (People’s Liberation Army, PLA) der Öffentlichkeit neben altbekannten viele neuartige Waffensysteme zum ersten Mal, um so Chinas wachsende internationale Macht zu demonstrieren. Traditionell stellen bei derartigen Militärparaden in autokratischen Staaten die neusten Flugkörper, speziell nuklearfähige Interkontinentalraketen, den Höhepunkt dar.

Der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei und Präsidenten Chinas, Xi Jinping, 4. Februar 2022.
Foto: Präsidialamt Russlands

Keine bedenklichen nuklearen Überraschungen

Die drei neuen atomaren Trägersysteme, die in Peking präsentiert wurden, bewegen sich im Rahmen des zuvor erreichten technologischen Niveaus. Sie erweitern das Fähigkeitsprofil nicht.

Die Dong Feng 61 (DF-61), eine straßenmobile bodengestützte nukleare Interkontinentalrakete, war vor der Militärparade noch gar nicht bekannt gewesen. In dem