Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 3. Dezember der Stückzahlerhöhung für das Sturmgewehr G95 auf 250.000 Stück zugestimmt. Dafür sind Änderungen an drei Rahmenverträgen notwendig: für das Sturmgewehr selbst, für das Laser-Licht-Modul (LLM) und für das Hauptkampfvisier.

Für das LLM hat der Haushaltsausschuss ebenfalls der Änderung des Rahmenvertrags mit der Stückzahlerhöhung auf 250.000 Stück zugestimmt. Die LLM sollen mit zwei Abrufen über 130.000 beziehungsweise 119.640 Stück beim Hersteller Rheinmetall Soldier Electronics bestellt werden. Der Finanzrahmen ist mit 491 Millionen Euro festgelegt. Die Lieferzeiten sind entsprechend dem Zulauf der Basiswaffen. Dafür sind zwei Abrufe geplant. Der erste Abruf soll 130.000 Stück umfassen, der zweite (optionale) Abruf die Menge zum Erreichen von 250.000 Systemen.

Wie Rheinmetall am 22. Dezember mitgeteilt hat, ist jetzt der erste Festabruf erfolgt. Demnach sollen in den nächsten sieben Jahren Laser-Licht-Module „LLM-VarioRay“ geliefert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des Abrufs von weiteren LLM VR. Diese könnten zusätzlich in der vereinbarten Zeitspanne ausgeliefert werden. Für Rheinmetall Soldier Electronics aus Stockach am Bodensee handelt es sich nach eigener Angabe um den bisher größten Auftragseingang in der Firmengeschichte des Rheinmetall-Tochterunternehmens.

Das LLM VarioRay wird vorrangig für infanteristisch und abgesessen kämpfende Kräfte bei Nacht und schlechter Sicht eingesetzt. (Foto: Rheinmetall)

Laser-Licht-Module vorrangig für infanteristisch und abgesessen kämpfende Kräfte

„Bei dem LLM-VarioRay handelt es sich um eines unserer vielseitigsten Geräte. Der bisher größte Auftrag in unserer Firmengeschichte ist für uns Ansporn, auch weiterhin Spitzentechnologie zu liefern. Die zusätzliche optionale Menge könnten wir, sofern seitens des Kunden ein entsprechender Abruf getätigt wird, ebenfalls innerhalb der vereinbarten Zeitspanne von sieben Jahren ausliefern. Dies würde sowohl der Bundeswehr als auch uns bei Rheinmetall Planungssicherheit geben“, sagte Erkan Yildirim, Geschäftsführer von Rheinmetall Soldier Electronics.

Nach der Beschreibung von Rheinmetall gehört das LLM VarioRay zu der neuesten Gerätegeneration dieser Art. Die Laser-Licht-Module werden an den Handwaffen vorrangig der infanteristisch und abgesessen kämpfenden Kräfte eingesetzt und dienen dazu, Ziele zu entdecken, zu identifizieren und zu markieren.

LLM VarioRay auch beim Soldatensystem IdZ-ES

Das mit Halterung rund 250 Gramm leichte LLM VarioRay lässt sich über eine MIL-STD 1913-Schiene/ STANAG 4694 an jedem Sturmgewehr einsetzen und kann über ein Triggerkabel bedient werden, schreibt Rheinmetall. Es verfüge über eine starke Weißlicht-LED, einen Rotlicht-Lasermarkierer, einen Infrarot-Lasermarkierer und einen elektrisch fokussierbaren Infrarot-Beleuchter. Die Lichtquelle lasse sich stufenlos per Drehschalter auswählen und regeln. Der voll integrierte, werkseitig ausgerichtete Laserblock ermöglicht eine einfache Justierung und Ausrichtung an Visier und Waffe. Gemeinsam mit Nachtsicht- und Wärmebildgeräten können die deutschen Streitkräfte so ihre Aufträge über das gesamte Einsatzspektrum hinweg zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter erfüllen.

Die Produktfamilie LLM-VarioRay ist unter anderem auch Bestandteil des deutschen Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES)“ und dient ebenso in der British Army als Laser Light Module MK3 oder in der Schweizer Armee als Laser-Licht-Modul 19.

Gerhard Heiming