Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 3. Dezember der Änderung des Rahmenvertrags von 2023 mit Heckler & Koch zur Beschaffung von Sturmgewehren G 95 zugestimmt. Damit wurde der Gesamtumfang von 118.718 Sturmgewehren auf 250.000 Stück erhöht und die Laufzeit bis 2032 ausdehnt. Gleichzeitig wurde der Festbeauftragung von 78.014 Basiswaffen im Wert von 254,8 Millionen Euro zugestimmt. Die Lieferungen sollen bis 2028 erfolgen.

Als Bestellleistung sind weitere 168.861 Sturmgewehre im Wert von 510,2 Millionen Euro vereinbart mit einem Liefertermin bis 2032.

Mit der Stückzahlerhöhung berücksichtigt die Bundeswehr den geplanten personellen Aufwuchs der Streitkräfte in den nächsten Jahren und können so die Truppe bedarfsgerecht, vollständig und zügig ausstatten.

250.000 Sturmgewehre G95 erhält die Bundeswehr bis 2032. (Foto: Bundeswehr Jana Neumann)

System Sturmgewehr mit Basiswaffe, Laser-Licht-Modul und Optik

Das System Sturmgewehr Bundeswehr besteht aus der Basiswaffe, dem Laser-Licht-Modul und der Optik, zu deren Beschaffung je ein Rahmenvertrag geschlossen wurde. Als querschnittliches Hauptkampfvisier ist das von Leonardo angebotene ELCAN Specter DR 1-4x ausgewählt worden. Vor allem der Steigerung der Nachtkampffähigkeit dient das Laser-Licht-Modul LLM-VarioRay von Rheinmetall.

Für das LLM hat der Haushaltsausschuss ebenfalls der Änderung des Rahmenvertrags mit der Stückzahlerhöhung auf 250.000 Stück zugestimmt. Die LLM sollen mit zwei Abrufen über 130.000 bzw. 119.640 Stück beim Hersteller Rheinmetall Soldier Electronics bestellt werden. Der Finanzrahmen ist mit 491 Millionen Euro festgelegt. Die Lieferzeiten sind entsprechend dem Zulauf der Basiswaffen. Dafür sind zwei Abrufe geplant. Der erste Abruf soll 130.000 Stück umfassen, der zweite (optionale) Abruf die Menge zum Erreichen von 250.000 Systemen.

Das neue Standardsturmgewehr in der Langrohrversion G95A1 mit Zubehör. (Foto: Heckler & Koch)

Ablösung des G36

Das modular aufgebaute Sturmgewehr wird in zwei Versionen – G95A1 mit Langrohr und G95KA1 mit Kurzrohr – geliefert. Das G95 ist ein indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub-Gaskolbensystem und Drehkopfverschluss im Kaliber 5,56 x 45 mm. Mit dem Standardsturmgewehr G95 wird das in den 1990er Jahren eingeführte G36 abgelöst, das 2012 in die Kritik geraten war.

Übergabe erster Sturmgewehre

Am 4. November werden die ersten Sturmgewehre G95 an die Truppe übergeben. Das Panzergrenadierbataillon 122 erhält rund 300 Exemplare der neuen Waffe. Die symbolische Übergabe der ersten Waffen erfolgt auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

„Das Deutsche Heer erhält mit dem neuen Sturmgewehr eine Waffe, die Maßstäbe setzt. In Präzision, Zuverlässigkeit und Modularität“, betonte Generalleutnant Heico Hübner die Bedeutung dieser Einführung.

gwh