Frank Leidenberger, bis zuletzt CEO der BWI und Generalleutnant a.D., verfügt mit über 40 Dienstjahren in verschiedenen Führungs- und Stabsverwendungen über umfangreiche, interne Kenntnisse der Bundeswehr. 2018 leitete er bei der BWI zunächst den Unternehmensbereich „Chief Digital Office“. 2023 wurde er zusätzlich Chief Executive Officer. Er hat die Konsolidierung und den Weg des Unternehmens zum IT-Systemhaus der Bundeswehr weiter vorangetrieben und die Weichen dafür gestellt, die BWI auf die Stärkung der digitalen Verteidigungsfähigkeit der Streitkräfte auszurichten. Im Oktober geht Frank Leidenberger in den Ruhestand.

ES&T: Herr Leidenberger, mit welchen Ideen sind Sie bei der BWI eingetreten?

Leidenberger: Ich bin ohne ein ausformuliertes Konzept zur BWI gekommen. Der damalige Staatssekretär Zimmer gab mir jedoch einen klaren Auftrag: die BWI wieder stärker auf die Bundeswehr auszurichten und ihre eigentliche Rolle als IT-Dienstleister der Streitkräfte zu betonen. Die BWI war ursprünglich als Public Private Partnership gegründet worden, seit 2019 ist sie eine Inhouse-Gesellschaft des Bundes. Heute ist sie fast ausschließlich für die Bundeswehr tätig. Diese enge Verzahnung bedeutet, dass wir nah an den Bedürfnissen der Streitkräfte arbeiten, gleichzeitig aber die Vorteile einer GmbH-Struktur nutzen können, etwa flexiblere Arbeitsmodelle und attraktivere Bedingungen für Fachkräfte.

Die BWI-Industry Days fanden in diesem Jahr AnfangSeptember in Berlin statt [Foto: BWI
Die BWI-Industry Days fanden in diesem Jahr Anfang September in Berlin statt. Foto: BWI
ES&T: Was heißt BWI?

Leidenberger: Die BWI GmbH ist primärer Digitalisierungspartner der Bundeswehr in Frieden, Krise und Krieg. Die BWI entstand mit dem Auftrag, die zuvor fragmentierte und heterogene IT-Landschaft der Bundeswehr zu konsolidieren. Heute betreut sie mit rund 7.500 Mitarbeitenden alle wichtigen IT-Dienste der Streitkräfte. Als GmbH sind wir beweglicher als eine Behörde. Ein wesentlicher Vorteil ist das sogenannte Inhouse-Privileg: Die Bundeswehr kann uns direkt beauftragen, ohne langwierige Ausschreibungsverfahren. Das verschafft Geschwindigkeit, die in sicherheitspolitisch dynamischen Zeiten unabdingbar ist.