Wegen der russischen Aggression in der Ukraine hat der Norden Europas seine Neutralität abgelegt. Dabei spielt Finnland als Nachbar Russlands eine herausragende Rolle. Wie können die finnischen Streitkräfte die westliche Verteidigungsallianz ergänzen? Wir haben zwei Jahre nach dem NATO-Beitritt in Helsinki nachgefragt.

Der Beitritt Finnlands zur NATO jährt sich im April zum zweiten Mal. Als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine haben die Bündnispartner der transatlantischen Allianz beschlossen, das Land auf der nordeuropäischen Halbinsel in ihren Kreis aufzunehmen. Die Finnen hatten sich vehement für die Mitgliedschaft ausgesprochen – ihr Land teilt eine 1.344 Kilometer lange Grenze mit Russland. Finnland fühlt sich durch seinen aggressiven Nachbarn im Osten bedroht. Mit dem NATO-Beitritt hat das Land – wie ein Jahr später auch Schweden – seine Neutralität aufgegeben.

Ein Leopard 2A6 im Einsatz bei erschwerten Sichtbedingungen. Die finnischen Verteidigungskräfte nutzen auch das Vorgängermodell Leo 2A4, das gebraucht von der Bundeswehr erworben wurde (Fotos: Finnish Defence Forces)

Zwei Jahre nach der Entscheidung stellt sich mehr denn je die Frage, wie Finnland militärisch aufgestellt ist und inwiefern sich die Fähigkeiten und Aufgaben der finnischen Streitkräfte im Zuge des NATO-Beitritts verändert haben. Für die Landes- und vor allem Bündnisverteidigung ist die strategische Lage Finnlands von großer Bedeutung. Im Norden sind die Ansprüche an Material und Soldaten noch einmal höher. Nach Angaben des