Der Technologiekonzern Rheinmetall und der tschechische Simulationsspezialist Bohemia Interactive Simulations (BISim) sind eine strategische Partnerschaft eingegangen, um bei innovativen Simulationslösungen eng zusammenzuarbeiten. Wie Rheinmetall am 7. Januar mitgeteilt hat, zielt die Kooperation darauf ab, die Entwicklung innovativer Simulationslösungen zu fördern, die für das moderne Kampftraining von entscheidender Bedeutung sind. Die Zusammenarbeit werde erstmals im Projekt „Schwerer Waffenträger Infanterie“ in Kraft treten. Durch die Integration der Produkte VBS4 und VBS Blue IG von BISim solle die Entwicklung modernster Feuer- und Gefechtssimulatoren für die Ausbildung der mittleren Kräfte der Bundeswehr ermöglicht werden.

Für den Schweren Waffenträger Infanterie (hier bei der Übergabe des Nachweismusters) wollen Rheinmetall und BISim Simulationslösungen erarbeiten. (Foto Gerhard Heiming)

Rheinmetall ist am 10. April 2024 mit der Herstellung und Lieferung von 123 „Schweren Waffenträgern Infanterie“ beauftragt worden (ESuT berichtete). Dafür wurden 1,9 Milliarden Euro freigegeben. Das Nachweisexemplar ist am 2. Mai 2024 übergeben worden (ESuT berichtete). Nach erfolgreichem Leistungsnachweis und Abnahme des Fahrzeugs soll die erste Charge von 19 Fahrzeugen aus der Produktion von Rheinmetall in Unterlüß bis Ende 2025 geliefert werden. Für die Auslieferung ab 2026 werden die Fahrzeuge in Australien hergestellt. Bis 2030 sollen damit die Waffenträger Wiesel abgelöst werden.

BISim bringt in die Partnerschaft seine fortschrittlichen Plattformen wie VBS4 (Virtual Battlespace Version 4) und VBS Blue IG (Image Generator) ein, die weltweit in der Ausbildung von Streitkräften und Sicherheitsbehörden verwendet werden, schreibt Rheinmetall. Diese Plattformen seien bekannt für ihre hohe Realitätstreue und Flexibilität, die es den Nutzern ermögliche, Szenarien und Umgebungen individuell anzupassen und so eine Vielzahl von Ausbildungszielen abzudecken.

Rahul Thakkar, President BISim, (links) und Jens Jessenberger, Senior Vice President Vehicle Mission & Training Systems, Rheinmetall Electronics GmbH nach Unterzeichnung des Partnerschaftsvereinbarung (Foto: Rheinmetall)

Die Bundeswehr nutzt die VBS seit 2010 und hat 2023 eine Enterprise-Lizenz für VBS4 erworben. Seitdem wird die Software mit Unterstützung des Zentrums Digitalisierung der Bundeswehr (ZDigBw) flächendeckend in der Simulation eingesetzt, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Webseite. Eines dieser Projekte sei die Simulations- und Testumgebung der Bundeswehr, mit der die Dienststellen der Bundeswehr für virtuelle Übungsvorhaben vernetzt sind.

„Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt für Rheinmetall, um unser Portfolio an Trainings- und Simulationslösungen weiter auszubauen“, erklärte Bartek Panasewicz, Leiter Systemtechnik Trainingssysteme bei Rheinmetall. „Mit der hochmodernen Software von Bohemia Interactive Simulations sind wir in der Lage, unseren Kunden noch realistischere und effektiver angepasste Lösungen zu bieten.“

2023 hat die Bundeswehr eine Unternehmenslizenz für VBS4 für zunächst fünf Jahre erworben. (Foto: BISim)

„Die Technologie von BISim ermöglicht es den Einsatzkräften, mit höchstmöglicher Geschwindigkeit erfolgsorientiert zu agieren, in dem sie auf dem Gefechtsfeld die Entscheidungshoheit erlangen“, sagt Rahul Thakkar, CEO von BISim. „Diese strategische Partnerschaft mit Rheinmetall gibt den militärischen Kunden die Überlegenheit, die sie brauchen.“

Nach der Bewertung von Rheinmetall unterstreicht die strategische Partnerschaft das gemeinsame Bestreben beider Unternehmen, die Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit moderner Simulationstechnologien zu optimieren. Kunden auf der ganzen Welt dürften sich auf innovative, praxisnahe Lösungen freuen, die auf die Herausforderungen der heutigen und zukünftigen Gefechtsfelder zugeschnitten sind.

Redaktion / gwh