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Das estnische Verteidigungsministerium plant, in den Jahren 2025 bis 2028 den Schwerpunkt der eigenen Haushaltsmittel auf die Beschaffung von Munition sowie von Waffensystemen zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen und Luftfahrzeugen zu legen. Dies habe man im neuen Entwicklungsplan für die eigenen Streitkräfte festgelegt, so das Ministerium.

Laut diesen Angaben plant das estnische Verteidigungsministerium im Zeitraum 2025 bis 2028 mit Ausgaben in Höhe von 5,3 Milliarden Euro, wovon mindestens 1,55 Milliarden Euro in die Beschaffung von Munition und Waffen fließen sollen, also ca. 30 Prozent. Dies sei in etwa eine halbe Milliarde Euro mehr als im vergangenen Plan.

Zudem wollen die Esten die Divisionstruppen ihrer Heeresdivision stärken. Hierfür soll in den kommenden Jahren ein drittes mobiles Artilleriebataillon aufgestellt werden, das der Divisionsebene direkt zugeordnet wird. Als Waffensysteme seien hierfür Haubitzen auf Radfahrzeugen vorgesehen.

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Eine K9-Haubitze der estnischen Artillerie aus südkoreanischer Produktion (Foto: Kaitseväe Peastaap / Estonian DOD)

Zudem soll das Lagebild auf Divisionsebene verdichtete werden, indem ein neues ISTAR-Aufklärungsbataillon (Intelligence, Surveillance, Target Acquisition, Reconnaissance: ISTAR) entstehen soll. Diese Entscheidung folgt der Annahme, dass ein besseres Lagebild den sparsameren und effizienteren Einsatz der vorhandenen Manöver- und Unterstützungskräfte erlaube.

Darüber hinaus wollen die Esten die Koordination von Luftunterstützung für die Bodentruppen mittels eines Luftunterstützungszentrums auf Divisionsebene verbessern und die eigenen stationären Gefechtsstände mobiler gestalten.

Der estnische Verteidigungsminister sagte zu den vorgelegten Plänen: „Russlands umfassender Krieg in der Ukraine in Verbindung mit seiner Fähigkeit, verlorenes Material wieder aufzufüllen, zeigt, dass wir uns noch mehr auf die Resilienz unserer Truppen konzentrieren und sowohl unsere Waffen- als auch unsere Munitionsvorräte auffüllen sowie die Ukraine weiterhin unterstützen müssen. Die Munitionsbestände müssen kontinuierlich aufgefüllt werden, und obwohl wir Mittel für die interne Umstrukturierung in die Beschaffung von Munition gesteckt haben, müssen wir weiterhin nach Möglichkeiten suchen, weitere Munition zu beschaffen.“

Darüber hinaus werde man die eigenen Maßnahmen zur Schaffung einer baltischen Verteidigungslinie weiter vorantreiben. „Im gegenwärtigen Krieg haben sich Verteidigungslinien als besonders wirksam erwiesen, um Angriffe von Aggressoren zu stoppen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Der Entwicklungsplan des estnischen Verteidigungsministeriums beschreibt die Entwicklungsziele der militärischen Verteidigung des Staates und die zu ihrer Erreichung erforderlichen Mittel.

Redaktion / oh