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Als ersten Auftragserfolg für Rheinmetall im Zuge der strategischen Portfolioerweiterung um den Bereich der Raketenartillerie meldet das Unternehmen einen Großauftrag zur Herstellung von Artillerieraketen von einem NATO-Staat. Der 300 Millionen Euro-Auftrag werde unter der Verantwortung von der spanischen Neuerwerbung Rheinmetall Expal Munitions durchgeführt, schreibt Rheinmetall in einer Pressemitteilung. Bei dem Auftragsgegenstand handele es sich um Raketen, die ein Reichweitenspektrum von bis zu 300 km abdecken. Der Auftrag umfasse zudem weitere Zusatzleistungen und Systeme.

In der neuen Munitionsfabrik in Unterlüß, deren Bau am 12. Februar mit einem symbolischen Spatenstich im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz, Verteidigungsminister Boris Pistorius und weiteren Prominenten gestartet wurde, sollen neben Sprengstoff und 155mm-Munition auch 3.000 Raketenmotoren jährlich produziert werden (ESuT berichtete).

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Artillerieraketen werden in Zukunft einen größeren Raum im Produktionsspektrum von Rheinmetall einnehmen. (Foto: Gerhard Heiming)

In der Ausstellung am Rande des Spatenstichs hatte Rheinmetall ein Gebinde für GMLRS-Raketen (gelenkte Boden-Boden-Raketen für Mehrfachfachraketenwerfer MLRS bzw. HiMARS) „aus eigener Produktion“, wie ein Rheinmetaller auf Nachfrage erklärte, ausgestellt.  Außerdem ist Rheinmetall Mitte 2023 eine Partnerschaft mit Lockheed Martin eingegangen, um unter dem Namen GMARS einen möglichen Nachfolger für die vorgenannten Artillerieraketensysteme zu entwickeln. Dazu will Rheinmetall neben dem Trägerfahrzeug u.a. die Raketenmotoren zuliefern. Daher kann angenommen werden, dass unter dem gemeldeten Großauftrag Raketen für MLRS bzw. HiMARS hergestellt werden.

Gerhard Heiming