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Auf der Fregatte Sachsen ist eine neue Senkrechtstartanlage (Vertical Launching System, VLS) für den Abschuss von Flugkörpern zur Flugabwehr eingebaut worden, wie das BAAINBw mitgeteilt hat. Die komplexen Arbeiten seien im Marinearsenal während der planmäßigen Liegezeit der Fregatte durchgeführt worden.

Der Einbau eines neuen VLS war notwendig geworden, weil die beim Bau der Fregatte integrierte Anlage bei einem Munitionsunfall im Juni 2018 irreparabel beschädigt wurde. Damals war ein Flugkörper beim Abschuss im VLS steckengeblieben und abgebrannt (Hangfire).

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Abschuss eines Luftzielflugkörper von einer Fregatte F124 (Bundeswehr Volker Muth)

Der Ersatz des VLS sei eine besondere Herausforderung, schreibt das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Üblich würden VLS nur beim Neubau eines Schiffes integriert. Der Hersteller Lockheed Martin habe das VLS-System komplett neu produziert. Daher habe man eine aktuellere Version des Launchers beschaffen können. Die Beschaffung sei als Regierungskauf im Verfahren Foreign Military Sales erfolgt.

Nach dem Einbau des letzten Moduls in der vergangenen Woche ist das VLS per Software in das Waffensystem der Fregatte eingebunden worden. Abschließende Funktionstests sollen am Ende der laufenden Instandhaltung im nächsten Jahr erfolgen.

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Ein Modul des VLS Mk41 in ausgebautem Zustand. (Foto: Lockheed Martin)

Der neue Launcher vom Typ VLS Mk41 mit 32 Schächten versetzt dem BMVg zufolge die Fregatte F124 Sachsen in die Lage, Lenkflugkörper vom Typ Standard Missile 2 (SM-2) und Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM) zu verschießen. Ein Schacht fasse vier ESSM oder eine SM-2.

Die F124 sei als Mehrzweckschiff für Geleitschutz und Seeraumkontrolle konzipiert. Ihr Schwerpunkt sei die Luftverteidigung: Alle Sensoren und Waffen an Bord seien für diese Hauptaufgabe der Verbandsflugabwehr optimiert.

Gerhard Heiming