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Wie das BMVg am 18. Juli berichtet, hat der Generalinspekteurs (GI) der Bundeswehr, General Carsten Breuer, fünf Tage zuvor im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zeitenwende on tour“ der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) in Berlin seine erste sicherheitspolitische Grundsatzrede im neuen Amt gehalten.

Dabei forderte der GI vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die ganze Ukraine nicht weniger als eine neue mentale Ausrichtung aller Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, deren oberster truppendienstlicher Vorgesetzter er ist. In der Ukraine, stellte General Breuer fest, verdichte sich systematisch ein hybrides Kriegsbild für die aktuelle Zeitenwende – vom archaischen Abnutzungskrieg in Schützengräben bis hin zu digitalen Attacken im Cyber-Raum.

„Das Mindset ‚Wehrhaftigkeit‘“, so der Generalinspekteur, „bildet die Grundlage, der Gleichzeitigkeit im Kriegsbild der Zeitenwende entschlossen mit kriegstüchtigen Streitkräften zu begegnen.“ Diese Gleichzeitigkeit ergebe sich auch daraus, dass die Bundeswehr weiterhin gleichzeitig auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf das internationale Krisenmanagement ausgelegt sein müsse. Ein Entweder-oder dürfe es hier nicht geben.

Die Gedankenwende – in Analogie zur Zeitenwende – hin zur Wehrhaftigkeit „schließt jedoch durch die Kernforderung nach Resilienz auch die Gesellschaft, Politik und die Wirtschaft mit ein. Wir alle sind die geborenen Verteidigerinnen und Verteidiger unseres Landes“, so der ranghöchste Soldat der Bundeswehr. Im Sinne der Inneren Führung hätte er in diesem Zusammenhang auch vom Staatsbürger mit und ohne Uniform sprechen können. „Alle“, so der GI, „müssen zu uns in die Arena kommen, Platz auf den Zuschauerrängen gibt es nicht.“

Das nur gemeinsam zu erreichende Ziel sei letztlich die Verteidigung von Freiheit und Sicherheit. Aber, betonte General Breuer: „Frieden, Freiheit und Sicherheit kommen nicht zum Nulltarif“ – weder finanziell noch personell und materiell, weder politisch noch gesellschaftlich.

Die Townhall-Veranstaltung der MSC fand in Anwesenheit von deren Vorsitzendem, Botschafter Christoph Heusgen, im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Berlin statt. Neben General Breuer nahm daran unter anderem auch Oleksii Makeiev, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, teil. Dabei hatten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, mit den hochrangigen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Gerd Portugall