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Die schnellen Einsatzkräfte der NATO sind mit ihren multinationalen Strukturen in besonderer Weise auf interoperable Kommunikation angewiesen. Die Truppenkontingente sind mit Kommunikationsgeräten unterschiedlicher Technologien – vom analogen Feldtelefon über analogen Funk bis zum modernsten digitalen softwaredefinierten, IP-basierten Funkgerät – für die Übertragung von Daten und Sprache ausgestattet.

Um die interoperable Kommunikation zu ermöglichen, werden NATO-Einsatzkräfte mit dem Multinational interoperablen Funkanschaltpunkt (MIFAP) von RUAG ausgerüstet. Die unter deutscher Führung stehende NATO Battlegroup, die als Enhanced Forward Presence (eFP) in Litauen stationiert ist, hat die ersten Vorgänger des MIFAP bereits 2020 erhalten. Von den insgesamt 55 geplanten Geräten sind bis heute zwei Drittel ausgeliefert. Die erfolgreiche Anwendung hat zahlreiche Interessenten auf den Plan gerufen, die multinationale Einsatzkräfte mit dem MIFAP ausrüsten wollen.

Das MIFAP Gesamtsystem besteht aus der Gateway-Einheit „Tactical Access Node“ (TAN), Geräteeinheiten für Funkgeräte, Antennen, Kabelsätzen für die Verbindung der Elemente und einem Bedienterminal.

Das Kernelement TAN stellt hersteller- und technologieübergreifend die Verbindung von bis zu sechs Übertragungssystemen her. Nach RUAG-Angaben wird der MIFAP z.B. in Gefechtsständen betrieben, um als universeller Sprach- und IP-Router Übermittlungsnetze- und -geräte verschiedener Hersteller und Beschaffungsgenerationen, sowie analoge und digitale Technologien mit einer so genannten Bridgefunktion interoperabel miteinander zu verbinden. Dadurch wird die Führungsfähigkeit im Einsatz sichergestellt. Der TAN-T230A bietet Schnittstellen für sechs analoge Funkgeräte, zehn digitale Geräte/Netzwerke (IP-Daten. Voice over IP [VoIP]) sowie ein lokales Netzwerk. Eine Stromversorgungseinheit (TPS T230) stellt elektrische Energie aus unterschiedlichen Quellen im NATO-Standard 24V bereit.

Das MIFAP-System bietet neben der Stromversorgung für die Funkgeräte eine universelle Trägerplatte für den Einbau von diversen Funkgeräten der anzuschließenden Funknetze ohne Änderungen an der jeweiligen Grundplatte. Ein wesentlicher Vorteil dabei ist, dass bei der Sprach- und Datenverbindung durch den MIFAP nichts an den anzuschließenden Netzen verändert werden muss.

Die Konfiguration des Systems erfolgt über einen Tabletcomputer. Mit dem Bedienterminal können die Verbindungen den jeweiligen Bedingungen angepasst werden.

Redaktion / gwh