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Knapp ein Jahr nach der Aufnahme Nord-Mazedoniens in die NATO haben die USA die Anfrage des Landes, 8×8-Stryker Kampffahrzeuge im Foreign-Military-Sales-Verfahren zu beschaffen, positiv beschieden. Demnach erhält Nord Mazedonien 54 Stryker in den Varianten M1126 Truppentransporter (Infantry Carrier Vehicles, ICV), M1130 Führungsfahrzeuge (Command Vehicles, CV) und M1129 Mörserträger (Mortar Carrier Vehicles, MCV) und Peripheriegeräte wie schwere Maschinengewehre, Nebelwerfer, Funkgeräte, fernbedienbare Waffenstationen, GPS-Empfänger und Fahrersichtgeräte. Hinzu kommen Ersatzteile, Sonderwerkzeuge und Prüfgeräte, Dokumentation und logistische Unterstützung. Das Programm wird vor Ort durch Personal der Regierung und Herstellerfirmen unterstützt. Die Kosten des gesamten Pakets werden auf 176 Millionen Euro geschätzt.

Der Stryker, Foto: US Army

Der 8×8-Stryker ist ein geschütztes Kampffahrzeug, das vom Piranha III abgeleitet ist, einem Produkt von der damals noch unabhängigen Mowag, die heute zum europäischen Zweig des GDLS-Konzerns gehört. Die Fahrzeuge mit verstärktem Schutz wiegen bis 25 Tonnen und werden von einem 260 kW Caterpillar Dieselmotor angetrieben. Sie bieten Platz je nach Missionsausstattung für bis zu elf Soldaten neben der Stammbesatzung (Kommandant, Fahrer, Richtschütze).

Die Fahrzeuge für Nord-Mazedonien werden bei GDLS-Canada in London, Ontario, produziert. Zu den Unterauftragnehmern gehören Harris (Funkgeräte) und Kongsberg (Waffenstationen).

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Die Streitkräfte Nord-Mazedoniens umfassen 8.000 aktiven Soldaten und 5.000 Reservisten, die in eine Infanteriebrigade mit u.a. vier Infanteriebataillonen, eine Heeresfliegerbrigade und Unterstützungskräfte gegliedert sind. Das Verteidigungsbudget betrug 2020 rund 135 Millionen Euro.

Gerhard Heiming