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Das Unternehmen Thales hat die Sagittarius Produktfamilie um das Segment „Digital Firing“ für das taktische Schießtraining erweitert. Aufbauend auf die schießtechnische Grundausbildung mit „Sagittarius Evolution“ ermöglicht ein neues Simulationssystem eine Steigerung der Realitätsnähe der Ausbildung und die Analyse taktischer Aspekte des Trainings.

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Quelle: Thales (Grafik)

Auf der Enforce TAC konnten sich Besucher in einem Demonstrator des „Digital Firing“ mit den Fähigkeiten des neuen Simulationssystems vertraut machen. Das System besteht aus der an der Waffe zu montierenden Sensoreinheit (Weapon Sensor Module, WSM), einem Rechner mit Simulationssoftware, einem Projektor und einem Endgerät (Smartphone oder Tablet) für die Bedienung des Systems und die Auswertung der Schießergebnisse.

Die Sensoreinheit entspricht in Abmessungen und Gewicht üblichen Zusatzgeräten, wie z.B. Laser-Light-Modul, und wird über eine Picatinny-Schiene an der Waffe montiert. Die kabellose Einheit wird von einer Batterie mit Strom versorgt und kommuniziert über Nahfeldfunk mit der Simulationssoftware. Die Simulationssoftware läuft auf einem handelsüblichen PC und wertet die von der Sensoreinheit gelieferten Daten aus. Dazu gehören neben der Waffentätigkeit vor allem die Bilddaten vom Ziel wie der Visierpunkt bei der Schussabgabe und die Historie dazu. Die aufbereiteten Daten werden über eine App auf dem Endgerät dargestellt. Diese App dient auch der Steuerung des Schießtrainings.

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Handfeuerwaffe mit Weapon Sensor Module (WSM) , Foto: hHiming

Standardziele sind dem System bereits bekannt. Sonderziele wie Schieß- oder Ringscheiben können angelernt werden. Für die Ausbildung wird die Handwaffe wie gelernt geladen und entsichert. Der Feuerkampf wird vom Ausbilder über die Präsentation von Zielen als Bildprojektion oder als Film gesteuert. Dabei kann der Schüler in nahezu beliebige taktische Situationen versetzt werden, in denen er nach den Schießregeln und „Rules of Engagement“ handeln muss. Der gesamte Feuerkampf wird aufgezeichnet und steht anschließend für eine Nachbesprechung zur Verfügung. Der Ausbilder kann im Nachhinein die Handhabung der Waffe überprüfen und mit dem Schüler besprechen.

Digital Firing ist laut Hersteller so gut wie serienreif und könnte in Kürze die simulationsbasierte Ausbildung mit Handwaffen um einen taktischen Anteil erweitern.

Redaktion / gwh