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Den Zwischenstand der Studie zur „Erzeugung eines Gläsernen Gefechtsfelds zur Unterstützung dynamischer Operationen“ (ErzUntGlas) hat das Unternehmen Atos zusammen mit den Partnern Kraus-Maffei Wegmann (KMW), RAFAEL und Aeronautics in einsatzähnlichem Umfeld vorgeführt. Nach Angaben von Atos fand die erfolgreiche Live-Demonstration Ende November vor einem großen internationalen Publikum und den Vertretern des Heeres statt.

Mit dem zentralen Prototypen der Studie konnte gezeigt werden, wie die taktische Zusammenarbeit zwischen Soldaten und Drohnen im automatisierten Schwarmverband den Aufklärungsprozess in einem zukünftigen hochdynamischen Gefechtsfeld deutlich beschleunigen und verbessern kann.

Live-Demonstration Aufklärung im „Gläsernen Gefechtsfeld"
Der Planungsbildschirm von ErzUntGlas, Foto: ATOS

Wie Atos schreibt, werden die Drohnen für die automatisierte Aufklärung über eine von dem Unternehmen entwickelte Schwarmsteuerung zentral koordiniert und gesteuert, um ein digitales Lagebild des Gefechtsfelds zu erstellen. Die automatisierte Erkennung und Identifizierung von Objekten im bildgebenden Sensor (IR/VIS), wie Fahrzeuge und Personen, erfolge dabei über KI-Bausteine, die in die Drohnen integriert seien. Wenn ein Objekt erkannt sei, werde diese Information lokal in der Drohne verarbeitet und als ereignisgesteuerte Nachricht nahezu in Echtzeit in das Lagebild integriert.

Die nahtlose Übertragung der Lageinformationen in ein Führungssystem des Heeres erfolgt über eine Anbindung von SitaWare Frontline von Systematic. Das System ErzUntGlas basiert auf der offenen Architektur der Atos-Technologie Trusted Service Mesh (TSM). Sie ermöglicht die flexible Anbindung weiterer Softwareapplikationen und Software definierter Systeme (z.B. Führungssystemen, Sensor-To-Shooter, Joint-Fire Support, Kommunikationssystemen etc.).

Live-Demonstration Aufklärung im „Gläsernen Gefechtsfeld"
Eine Drohne in der Live-Demonstration von ErzUntGlas, Foto: Atos

Neben einer verbesserten automatisierten Aufklärung hat Atos mit den Partnern zudem gezeigt, wie sich ein Bekämpfungsprozess deutlich beschleunigen lässt: Zum Einsatz kamen das Sensor-to-Shooter System Fire Weaver der Firma RAFAEL und die Drohne Pegasus VTOL UAS der Firma Aeronautics als autonom wirkende Sensoren sowie der zentrale mobile Leitstand zur Planung und Steuerung der Missionen. Die Lagebearbeitung wurde in einem mobilen militärischen Gefechtstand der Firma KMW integriert und ein Einsatz simuliert.

Nach Angaben von Atos wird das System ErzUntGlas bis 2023, auch in Koordination mit den Entwicklungen bei der Digitalisierung Landbasierter Operationen – unter Einsatzbedingungen weiter optimiert und bis zum Reifegrad Technology Readiness Level (TRL) 6 weiterentwickelt. Anschließend soll das Zielsystem zum Einsatz kommen.

Redaktion / gwh