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Erst vor wenigen Wochen wurde das System Smart Shooter durch die U.S. Army offiziell zur Drohnenabwehr (Counter-UAV – C-UAV) zertifiziert. Jetzt wurde es als mögliche Lösung für ein Arbeitsprogramm der NATO zur Verteidigung gegen den Terrorismus (Defense Against Terrorism Program of Work – DAT PoW) in Betracht gezogen. Auch hier für den Bereich Drohnenabwehr. Das System soll nun im Rahmen einer Übung auf Herz und Nieren getestet werden.

Smart Shooter für NATO-Programm ausgewählt
Foto: Smart Shooter

Bei der Smash Familie handelt es sich um Feuerleitsysteme für Handfeuerwaffen. Smash kombiniert elektrooptische Hardware mit eingebetteter Bilderkennungssoftware und einem ballistischen Rechner. Nach Angaben des Herstellers kann das System für den Tag- und Nachtkampf genutzt werden und bietet verschiedenen Modi: Drohnenmodus, Zielerkennung, Lock & Track, Aufnahme (Foto, Video) – z.B. für trainingstechnische Nachbesprechungen oder juristische Zwecke. Das System unterstützt bei der Positionsstabilisierung, kann gegen statische und dynamische Ziele eingesetzt werden und hilft dem Schützen, Ziele vor verschiedenen Hintergründen eindeutig zu lokalisieren. Auch Drohnen können erkannt und verfolgt werden.

Inspiriert von der Raketen-Lock-On- und Kampfflugzeug-HUD-Technologie schließt Smash mehrere Fehler der Schützen aus, einschließlich falsches Zielen, Reißen am Abzug, Verkanten sowie falsches Abschätzen von Entfernungen und Vorhalt.

Ist ein Ziel einmal erkannt und festgelegt, errechnet der analytische Algorithmus eine Schusslösung, selbst wenn sich Schütze oder Ziel in der Bewegung befinden. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Bewegung vom Ziel und dem Schützen berechnet das System kontinuierlich den für einen Treffer erforderlichen Haltepunkt. Dieser dynamische Haltepunkt wird kontinuierlich in dem Okular angezeigt und bietet dem Schützen so eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit für jeden Schuss. Der Schütze betätigt den Abzug, das System sperrt den Abzug mechanisch und erlaubt eine Schussauslösung nur dann, wenn der Schütze den Zielpunkt der Waffe über den errechneten Haltepunkt eines vorher markierten Ziels führt. Der Schuss bricht dann automatisch. Der Hersteller verspricht, dass jeder Schuss trifft. Mittels Knopfdruck ermöglicht das System dem Schützen, das Gewehr bei Bedarf auch manuell abzufeuern (unter Umgehung des Feuerleitsystems). Mit einem weiteren Tastendruck kann das System wieder eingeschaltet werden.

Die erweiterten Echtzeit-Szenarienanalyse- und -Zielalgorithmen, die in das Smash-Feuerleitsystem integriert sind, können selbst schwer erfassbare Ziele wie Drohnen bei Tag oder Nacht ermitteln, verfolgen und bekämpfen.

Der Hersteller verspricht, dass mittels dieser Lösung jede Standard-Handfeuerwaffe – egal ob Sturmgewehr, Scharfschützengewehr oder Maschinengewehr – in eine effektive Drohnenabwehrwaffe verwandelt werden kann.

Die israelische Firma ist jetzt offiziell von der U.S. Army, dem U.S. Special Operations Command (USSOCOM) und vom U.S.-Verteidigungsministerium (DoD) als einer von drei zugelassenen Anbietern von Counter-small Unmanned Aircraft Systems (C-sUAS)-Lösungen zertifiziert worden. Die U.S. Air Force, deutsche Spezialkräfte sowie weitere Nationen haben ihre Tests noch nicht abgeschlossen.

 

Smart Shooter für NATO-Programm ausgewählt
Smart Shooter für NATO-Programm ausgewählt

Jetzt auch als Waffenstation

Bisher was das System als Erweiterung für Langwaffen erhältlich. Mitte des Jahres wurde mit Smash Hopper erstmals eine ferngesteuerte leichte Waffenstation (FLW; Light Remote-Controlled Weapon Station – LRCWS) vorgestellt. Auch die bietet das Versprechen „One Shot – One Hit“ und den Modus der Drohnenabwehr, der Bediener kann sie jedoch aus sicherer Entfernung steuern. Die FLW kann so zum Beispiel auf einem Wachturm oder einer Mauer montiert werden.

Smart Shooter für NATO-Programm ausgewählt
Foto: Smart Shooter

Auch soll die Waffenstation helfen, das System bezüglich der effektiven Reichweite auszureizen und damit an die ballistischen Grenzen der Langwaffe gehen. Kompakt, leicht und schnell einsetzbar, erhöht Smash Hopper damit die Genauigkeit, Letalität und Überlebensfähigkeit von Kleinwaffen.

Das Gesamtgewicht liegt bei 15 Kilogramm und es soll laut Hersteller in bestehende Command-and-Control-Systeme (C2) integriert werden. Damit kann ein Bediener eine Vielzahl an Sensoren und Effektoren – inklusive Smash Hopper – kontrollieren und bedienen. Zudem können Ziele über bestehende Kommunikationsnetzwerke von einem Bediener zum nächsten übergeben oder empfangen werden. Ausgestattet mit einem sicheren Auslösemechanismus, einer Befestigungslösung und einer robusten Fernsteuerungseinheit (RCU) bietet Smash Hopper eine Schwenk- und Neigefunktion für das Waffensystem und kann über Kabel oder drahtlose Verbindungen gesteuert werden.

Auch hier wird natürlich die Tag- und Nachtkampffähigkeit mit automatischer Abtastung und Zielerkennung angeboten. Daher eignet sich das System für unterschiedlichste Einsatzgebiete, einschließlich dem (Camp-)Schutz von Streitkräften, Grenzsicherung, Drohnenabwehr, Hinterhalt aus der Ferne sowie Offensivaktionen in komplexen und urbanen Umgebungen. Der Smash Hopper kann von einem freistehenden verlegefähigen Stativ (Dreibein), einem stationären festen Mast oder einem leichten Fahrzeug aus eingesetzt werden.

André Forkert