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Ende Mai tauchten Bilder von US-Soldaten im Netz auf, die in al-Ganf in Syrien die moderne Zieloptik Smash 2000 auf M4A1-Sturmgewehren montiert haben und damit Flugziele – an Quadrocopter-Kleindrohnen befestigte Pappkartons – bekämpften. Es handelte sich wohl um eine der ersten Erprobungen dieses Systems im Einsatzgebiet. Zuvor waren Feuerleitvisiere der Smash-Familie bereits in den USA getestet worden.

Drohnenabwehr: US-Streitkräfte erproben Feuerleitvisier
Foto: U.S. Army

Klein- und Kleinstdrohnen bilden inzwischen nicht nur im Rahmen der konventionellen Kriegführung, sondern auch in asymmetrischen Konflikten eine hohe Bedrohung für Streitkräfte. Selbst irreguläre Kräfte setzen sie zur Ausspähung oder für Anschläge ein.

Die Feuerleitvisierfamilie Smash der israelischen Firma Smartshooter bildet eine Möglichkeit, solche Kleinstziele mit Handwaffen zu bekämpfen – und dies mit möglichst geringem Munitionseinsatz, um Kollateralschäden zu vermeiden. Hierzu nutzt die Smartshooter Smash-Familie Technologien aus Kampfflugzeugen für Handwaffen. Ursprünglich wurde das Feuerleitvisier zur Abwehr brennender Flugdrachen entwickelt, mit der Terroristen in Israel Felder in Brand stecken. Die Smartshooter Smash-Familie lässt sich natürlich auch für weitere Szenarien und gegen andere Ziele ensetzen.

Smash lässt sich zur Bekämpfung sowohl statischer als auch beweglicher Ziele auf über 300 Meter nutzen. Der Schütze beobachtet durch das Visier das Gefechtsfeld, wobei das Gerät bereits die Zielaufklärung unterstützt und potentielle Ziele kennzeichnet. Erkannte Ziele kann der Schütze über einen Schalterdruck markieren (lock-on-Modus). Das Smash-Feuerleitsystem behält das markierte Ziel einprogrammiert und berechnet sowohl dessen Bewegungen als auch die der Waffe. Der Schütze kann dann den Abzug drücken und das Absehen auf das Ziel bringen. Das System löst den Schuss erst aus, sobald die Wahrscheinlichkeit hoch genug ist, dass das markierte Ziel getroffen wird.

Drohnenabwehr: US-Streitkräfte erproben Feuerleitvisier
Drohnenabwehr: US-Streitkräfte erproben Feuerleitvisier

Smartshooter hat sich für den Vertrieb mit SIG Sauer zusammengetan, ist aber auch mit einer Behördenvertretung in Deutschland präsent.

Jan-Phillipp Weisswange