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Wie auf der AUSA 2019 bekannt wurde, testet nun auch die U.S. Army das SMASH 2000-System des israelischen Herstellers Smart Shooter. Presseberichten zufolge haben das U.S. Special Operations Command, die Rapid Equipping Force der U.S. Army sowie das US Combating Terrorism Technical Support Office Systeme für Tests bestellt. Laut Hersteller wurden diese auch schon ausgeliefert. Bereits im Mai 2019 – wie im Titelbild zu sehen ist -testete die U.S. Air Force (9th Reconnaissance Wing) das System.

Bei der SMASH Familie handelt es sich um Feuerleitsysteme für Handfeuerwaffen. SMASH kombiniert elektrooptische Hardware mit eingebetteter Bilderkennungssoftware und einem ballistischen Rechner. Nach Angaben des Herstellers kann das System für den Tag- und Nachtkampf genutzt werden und bietet verschiedenen Modi: Drohnenmodus, Zielerkennung, Lock & Track, Aufnahme (Foto; Video) – z.B. für trainingstechnische Nachbesprechungen oder juristische Zwecke. Das System unterstützt bei der Positionsstabilisierung, kann gegen statische und dynamische Ziele eingesetzt werden und hilft dem Schützen, Ziele vor verschiedenen Hintergründen eindeutig zu lokalisieren. Auch Drohnen können erkannt und verfolgt werden.

Inspiriert von der Raketen-Lock-On- und Kampfflugzeug-HUD-Technologie schließt SMASH mehrere Fehler der Schützen aus, einschließlich falsches Zielen, Reißen am Abzug, Verkanten sowie falsches Abschätzen von Entfernungen und Vorhalt.

Ist ein Ziel einmal erkannt und festgelegt, errechnet der analytische Algorithmus eine Schusslösung, selbst wenn sich Schütze oder Ziel in der Bewegung befinden. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Bewegung vom Ziel und dem Schützen berechnet das System kontinuierlich den für einen Treffer erforderlichen Haltepunkt, Dieser dynamische Haltepunkt wird kontinuierlich in dem Okular angezeigt und bietet dem Schützen so eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit für jeden Schuss. Der Schütze betätigt den Abzug, das System sperrt den Abzug auf eine mechanische Art und erlaubt eine Schussauslösung nur dann, wenn der Schütze den Zielpunkt der Waffe über den errechneten Haltepunkt eines vorher markierten Ziels führt. Der Schuss bricht dann automatisch. Der Hersteller verspricht, dass jeder Schuss trifft. Mittels Knopfdruck ermöglicht es das System dem Schützen, das Gewehr bei Bedarf auch manuell abzufeuern (unter Umgehung des Feuerleitsystems). Mit einem weiteren Tastendruck kann das System wieder eingeschaltet werden.

Counter-UAV

Smart Shooter SMASH-Systemerprobung während einer Demonstration auf der Beale Air Force Base, Kalifornien, 14. August 2019. (Fotos: U.S. Air Force / Tech. Sgt. Alexandre Montes)

Wie bereits erwähnt, testet auch die U.S. Air Force (USAF) das System, vor allem als ein Mittel zur Bekämpfung von Kleindrohnen.

Die erweiterten Echtzeit-Szenarienanalyse- und -Zielalgorithmen, die in das SMASH-Feuerleitsystem integriert sind, können selbst schwer erfassbare Ziele wie Drohnen bei Tag oder Nacht ermitteln, verfolgen und bekämpfen. Das USAF 9th Reconnaissance Wing möchte mit dieser Lösung in Zukunft den Schutz von festen Objekten wie Häusern, Feldlagern oder Stellungen gegen Drohnen sicherstellen. Fotos und Videos der USAF zeigen, wie kleine zivile Drohnen durch das System erfolgreich bekämpft werden konnten.

Der Hersteller verspricht, dass mittels dieser Lösung jede Standard-Handfeuerwaffe – egal ob Sturmgewehr, Scharfschützengewehr oder Maschinengewehr – in eine effektive Drohnenabwehrwaffe verwandelt werden kann.

André Forkert und Waldemar Geiger

Einsatz des Smart Shooter SMASH 2000 Plus zur Drohnenabwehr (Video: Smart Shooter)