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Fünf 25-Mio-Euro-Vorlagen haben am 1. Juli 2020 den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages nach fachlicher Stellungnahme durch den Verteidigungsausschuss passiert. Das ist die Grundlage für den Abschluss von Verträgen mit der Industrie mit einem Volumen von fast einer Milliarde Euro für Verbesserung und Ergänzung der Ausstattung der Bundeswehr. Der erste Vertrag wurde nun unterzeichnet (ES&T berichtete).

Zur Halbzeit des Parlamentsjahres 2020 sind damit gerade ein Viertel der für 2020 vorgesehenen Großvorhaben dem Parlament vorgelegt worden. Insbesondere für zahlreiche VJTF 2023-relevante Vorhaben fehlt noch die Freigabe der Haushaltsmittel. Für diese Vorhaben wird die Zeit für die rechtzeitige Realisierung ziemlich knapp. Es sollen ja noch Vorhaben dazu kommen, die mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket bis 2021 finanziert werden sollen.

Eine Milliarde Euro für die Ausrüstung der Truppe
Für das Mittlere Artillerieraketensystem MARS II wird der Vorrat an Lenkraketen GMLRS mit Unitary Gefechtskopf ergänzt (Foto: Bundeswehr)

Für das Mittlere Artillerieraketensystem MARS II werden 1.818 Lenkraketen GMLRS
(Guided Multiple Launch Rocket System) mit Unitary Gefechtskopf vom Hersteller Lockheed Martin beschafft. Die hochpräzisen Flugkörper werden durch den Raketenwerfer Mars II verschossen und können Punkt- und Flächenziele in bis zu 80 Kilometern Entfernung punktgenau und bei jeder Wetterlage treffen. Der Gefechtskopf dringt in das Ziel ein und explodiert anschließend. Die Lenkraketen sollen den Bestand an GMLRS Unitary ergänzen, der seit 2017 aufgebaut wird. Erst vor einem Jahr hatte die Bundeswehr 900 dieser Lenkraketen bestellt, die bis 2022 ausgeliefert werden sollen. Die jetzt möglich gewordene weitere Bestellung soll im Laufe 2023 der Truppe zulaufen. Dafür stehen 278 Millionen Euro zur Verfügung. MARS ist eine an den europäischen Bedarf angepasste Variante des US-Systems und wurde vor zehn Jahre von Krauss-Maffei Wegmann zur Version MARS II leistungsgesteigert (Feuerleitanlage, elektrisches Richtsystem, FCKW-freie Feuerlöschanlage). Es ist interoperabel mit den Systemen in Italien (MARS Improved) und Frankreich (Lance Roquette Unitaire, LRU).

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