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Unter Berufung auf industrielle Quellen vermelden französische Tageszeitungen, dass am 12. Juli das Barracuda-Programm in Cherbourg seinen offiziellen Start erleben wird. Die „Suffren“, das erste Exemplar eines nuklear angetriebenen U-Jagd-U-Boots der neuen Generation aus dem Programm der Naval Group, wird in einer Zeremonie in Anwesenheit der französischen Verteidigungsministerin Florence Parly aus der Bauhalle in eine Art Bootslift/Schwimmdock überführt werden, von wo aus der eigentliche Stapellauf einige Woche später erfolgen soll. Offensichtlich ist es Paris daran gelegen, noch vor dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli, diesen Meilenstein öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen.

Das Boot wird voraussichtlich Ende 2020 an die französische Marine ausgeliefert. Die Auslieferung war ursprünglich für 2017 und dann für 2019 terminiert. Frankreich bestellte 2006 sechs SNA Barracuda als eines seiner wichtigsten Rüstungsprojekte des Jahrzehnts. Damals belief sich das Programm auf einen Wert von 7,9 Milliarden Euro. Nach Berichten französischer Medien belaufen sich die Kosten mittlerweile auf 9,1 Milliarden Euro. Der Auslieferungsplan ist wie folgt etabliert:  „Duguay-Trouin“, „Tourville“ und „De Grasse“ bis Ende 2025, „Rubis“ 2027 und „Casabianca“ 2029.

Die U-Boote der Barracuda-Klasse, die die sechs Boote der zwischen 1983 und 1993 in Dienst gestellten Rubis-Klasse, ersetzen sollen, sind bei einer Verdrängung von 4.650 Tonnen 99 Meter lang. Sie werden über vier 533-mm-Torpedorohre verfügen (zur Aufnahme der neuen schweren F21-Torpedos, von Exocet SM39-Antischiff-Raketen und der MdCN-Marschflugkörper (Missile de Croisière Naval)). Ihr Einsatzbereich umfasst U-Boot-Abwehr, Schiffsbekämpfung, Unterstützung von Operationen an Land, Aufklärung und Spezialoperationen. „Saphir“ soll als erstes der Rubis-Klasse bis Ende des Jahres aus dem Dienst ausscheiden.

Mit einer konventionell angetriebenen Variante des Barracuda konnte Naval Group in Australien den Bau von 12 U-Booten gegen die internationale Konkurrenz einbringen (ES&T berichtete).

Hans Uwe Mergener