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Als Ersatz für die rund 4.700 in Nutzung befindlichen Schützenpanzer Bradley fordert die U.S. Army ein Fahrzeug, das je nach Bedarf bemannt oder unbemannt eingesetzt werden kann (optionally manned). Das Fahrzeug wird mit einem aktiven Schutzsystem ausgestattet. Gewicht und äußere Abmessungen müssen den Transport in einer C-17 Globemaster zulassen.

Zeitplan und Kernforderungen

Der ursprüngliche Plan, den Bradly beginnend 2032 durch das neu entwickelte OMFV Gefechtsfahrzeug zu ersetzen, wurde im April 2018 durch eine Entscheidung von Mark Esper, den damals zuständigen Staatssekräter für die U.S. Army und seit gestern frisch designierten Interims-Verteidigungsminister der USA, deutlich beschleunigt.

Um den neuen Zeitplan einhalten zu können beabsichtigt die U.S. Army Berichten zufolge die Beschaffung  eines stark modifizierten, marktverfügbaren Standardmodells, welches über ein ausgereiftes Chassis und einen Turm mit neu zu integrierenden Sensoren (Wärmebildgeräten der zweiten Generation) verfügt. Da nach Ansicht der U.S. Army derzeit noch keine serienreife Bewaffnung mit einer 50-mm-Kanone realisierbar scheint, ist Kernforderung an die Bewaffnung eine 30-mm-Bordkannonne. Von den Anbietern wird jedoch ein Realisierungsplan für die spätere Integration einer 50-mm-Kanone und Wärmebildgeräten der dritten Generation gefordert. Einschließlich Ersatzteilen und logistischer Unterstützung hat das bis zu 3.590 Gefechtsfahrzeuge umfassende OMFV Programm ein Volumenpotenzial von 42 Milliarden Dollar.

Die Angebotsanforderung an die Industrie wurde März 2019 veröffentlicht mit dem Ziel, aus dem Pool der Anbieter im zweiten Quartal 2020 bis zu zwei Teams auswählen, und den Bau von 14 Prototypen zu beauftragen, welche 2021 geliefert werden sollen. Nach der Typenauswahl und der Low Rate Initial Production im Jahr 2023 soll der ausgewählte Schützenpanzer der Truppe ab 2026 zulaufen.

potentielle Wettbewerber

Neben BAE System mit dem CV 90 Mk IV wurden General Dynamics mit dem Griffin, einem auf dem Ajax basierenden Konzept, sowie Rheinmetall mit dem Lynx KF 41 als potentielle Kandidaten für den OMFV gehandelt. Rheinmetall hat sich bei diesem Wettbewerb mit Raytheon zusammengeschlossen. Der amerikanische Partner würde Waffen, Elektronik und Sensoren sowie Systemintegration für die OMFV-Variante des Lynx liefern.

Anfang Juni veröffentlichte Interviews eines zuständigen BAE Systems Vertreters besagen, dass BAE sich aus unternehmerischen Gründen nicht an dem Wettbewerb beteiligen wird. Somit ist nach derzeitigen Informationslage ein Wettbewerb zwischen dem Lynx und Griffin zu erwarten.

Waldemar Geiger