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Die U.S. Army hat den Wettbewerb für den Ersatz des M2 Bradley mit einem „Optionally Manned Fighting Vehicle“ (OMFV) gestoppt. Im Oktober 2019 hatten General Dynamics Land Systems und das Raytheon/Rheinmetall Team Angebote abgeben. Das Raytheon/Rheinmetall Angebot wurde nicht angenommen, weil der geforderte funktionsfähige Demonstrator nicht mitgeliefert wurde. Damit blieb nur ein Bewerber, nachdem schon im Vorfeld BAE Systems und Hanwha sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hatten. Ein Wettbewerb mit nur einem Teilnehmer hatte gleich nach der Zurückweisung des Raytheon/Rheinmetall Angebots Kritik hervorgerufen.

Während das Army Futures Command sich strikt an die Wettbewerbsvorgaben halten und das Programm mit einem Teilnehmer fortführen wollte, gab es in der Beschaffungsorganisation der Army die Bestrebung, mindestens zwei konkurrierende Angebote zur Auswahl zu haben. Nicht zuletzt führten auch Rückmeldungen und Vorschläge aus der Industrie zu der Entscheidung, den Wettbewerb neu zu starten.

Das Programm „Kampffahrzeuge der nächsten Generation“ (Next Generation Combat Vehicles, NGCV), zu dem das OMFV gehört, ist das Modernisierungsprogramm mit der zweithöchsten Priorität, nach dem „Weitreichenden Präzisions Feuer“ (Long Range Precision Fires, LRPF). Um diese und weitere Programme schnell realisieren zu können, wurde das Army Futures Command gegründet, das für die einzelnen Projekte Cross Functional Teams (CFT) gebildet hat. Die CFT sollen die Projekte beschleunigen und die Programm Manager bei der Beschaffung und Nutzung von Ressourcen unterstützen.

Wettbewerber Griffin III von General Dynamics Landsystems (Foto: General Dynamics )

General Dynamics hatte den Schützenpanzer Griffin III angeboten, der eine Weiterentwicklung der europäischen Ascod-Familie ist, mit neuer 50-mm-Kanone und neuer Elektronik, entsprechen den US-Anforderungen.

(wieder?) Wettbewerber Lynx KF 41 von Raytheon/ Rheinmetall (Foto: Rheinmetall)

Raytheon/Rheinmetall haben den Lynx KF41 angeboten, den von Grund auf neukonstruierten Rheinmetall-Schützenpanzer mit Lance-Turm und Anteilen von Raytheon für Bewaffnung, Feuerleitung, Aufklärung und Schutz.

Die U.S. Army will das OMFV Programm weiterhin mit hoher Priorität verfolgen, weil der Bedarf für dieses Kampffahrzeug unverändert dringend ist.

Das OMFV Programm stellt seit seinem Beginn einen innovativen Ansatz für die Beschaffung der Army dar, indem es sich darauf konzentriert, den Kampftruppen der Panzerbrigade eine wesentlich neue Fähigkeit unter einer deutlich verkürzten Zeitlinie im Vergleich zu den traditionellen Beschaffungsbemühungen zu liefern.

Die U.S. Army plant, die Anforderungen an das OMFV zu überarbeiten und den Wettbewerb neu zu starten. Ein Zeitplan dafür ist nicht bekannt, jedoch ist schon jetzt absehbar, dass schon ursprünglich ehrgeizig geplante Einführung der OMFV ab 2026 kaum noch realisierbar scheint.

Gerhard Heiming

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