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Ende August eröffnete 5.11 Tactical in Hamburg seinen ersten Flagship-Store in Europa. Dieser Experience Center & Retail Store soll die Marke 5.11 Tactical erlebbar machen. Zum Konzept gehören daher auch Workshops rund um die Themen Ausrüstung und taktischer Umgang damit.

Den Auftakt zur Serie machte im September „5.11 VTAC Rifle Sling – Professioneller Umgang mit dem Gewehrriemen“, im Oktober folgte der Workshop „Die Ausrüstung des Operators“, in dem es vor allem um das Thema Plattenträger und seine Nutzung ging. Für beide Themen konnte als Ausbilder ein ehemaliger Angehöriger der deutschen Spezialkräfte und jetzige Schießberater der Bundeswehr Hermann „Rosi“ Rosenberg gewonnen werden. Er bildet regelmäßig verschiedene militärische und polizeiliche Einheiten, aber auch Zivilisten oder zivile Unternehmen im Umgang mit Handwaffen aus.

Der Teilnehmerkreis der 5.11 Workshops setzte sich bisher vor allem aus Angehörigen von Polizei und Bundeswehr, aber auch Sportschützen und Jägern zusammen. Der 5.11 Store stellt den hauseigenen Schulungsraum sowie die Ausrüstung zur Verfügung.

Gewehrriemen

Workshop „Ausrüstung des Operators“, hier der Gewehrriemen. Diese Serie soll durch weitere Teile erweitert werden, z.B. Plattenträger bzw. Battle Belt. (Fotos: 5.11)

Beim Thema 5.11 VTAC Rifle Sling wurde mit Red-Guns und den entsprechenden 5.11 VTAC Two-Point-Rifle-Sling gearbeitet. Es handelt sich dabei im Grunde um den schlichtesten Gewehrriemen im 5.11 Sortiment, bietet dem Anwender im Bereich MP/Sturmgewehr/halbautomatische Büchse/Flinte jeweils im sportlichen, jagdlichen oder taktischen Gebrauch allerdings alle Möglichkeiten – wie die Teilnehmer im Verlauf des Seminars erfahren sollten. Bei der theoretischen und praktischen Ausbildung wurde die richtige Einstellung und Längenanpassung des Gewehrriemens auf die eigene Körpergröße gezeigt. Obwohl ausschließlich mit Two-Point-Sling gearbeitet wurde, wurden auch die anderen Varianten (Single- und Three-Point-Sling) sowie die Möglichkeiten der Befestigung an der Langwaffe erläutert.

Anschließend ging es nach dem Motto „vom Leichten zum Schweren“ in die praktischen Übungen. Inhalte waren der Anschlagwechsel von der Trageweise auf dem Rücken in den Anschlag und zurück, sodass der Schütze beide Hände z.B. zum Breachen oder für Tactical Field Care frei hat. Oder der Anschlagwechsel von rechts auf links und wieder zurück, die Nutzung des Gewehrriemens im Anschlag zur Verbesserung der Präzision, aber auch der Rückstoßkontrolle. Hierzu kann der 5.11 VTAC Two Point Sling schnell in der Länge verstellt werden und unterstützt den Schützen straffgezogen optimal im Anschlag. Als Leistungskontrolle standen am Ende die sogenannten Beamer-Drills.

(Fotos: 5.11)

Plattenträger

Beim Workshop „Plate Carrier“ wurden neben dem TacTec Platenträger auch die 5.11 Produkte AR Bungee/Cover Double Magazine Pouch, Pistol Bungee-Cover Double Magazine Pouch, Large Drop Pouch, 6.6 Pouch, Ignitor Med Pouch sowie Dummy-Platten und AR15-Magazine genutzt.

Die Teilnehmer bekamen gezeigt, wie ein Plattenträger richtig zu konfigurieren und an den eigenen Körper anzupassen ist. (Fotos: 5.11)

Der Theorieteil erklärte den Sinn und Zweck eines Plattenträgers, es wurde gezeigt, wofür und in welchen Konfigurationen ein Plattenträger überhaupt verwendet werden kann und was die Vorteile sind. Weitere Inhalte waren die Größen- und Weitenanpassung, das Abwurfsystem sowie das Molle-System zur Befestigung von Ausrüstung (z.B. Taschen). Im Vordergrund stand die sinnvolle Anordnung der verschiedenen Taschen. In der Pause wurde der neue 5.11 All Missions Plate Carrier vorgestellt. Dieser bietet neben Molle-Flächen auch das neue Hexgrid und somit mehr Flexibilität. Dieses erlaubt die Befestigung von Taschen nicht nur vertikal, sondern in verschiedenen Winkeln, sodass die Konfiguration auf den Träger für seinen Nutzungszweck noch besser möglich ist.

Im praktischen Anteil konfigurierte jeder Teilnehmer sein eigenes Set, hierbei wurde darauf geachtet, dass die Befestigung auch wirklich durch jede Molle-Schlaufe geführt wird, damit sich im Einsatz nicht doch irgendetwas lösen kann. Experte Rosi erläuterte noch ein paar Tricks und Kniffe zum einfacheren Einfädeln. Danach konnte sich jeder im Handlungstraining von der Sinnhaftigkeit der Anordnung, Einstellung usw. überzeugen.

Und viele weitere Themen…

Weitere Workshops waren im November „Hundeführung“ (Theorie) mit Torben Schmidt aus dem 5.11-Team. Dabei wurde sowohl über das Diensthundewesen gesprochen, es richtet sich aber an alle Hundebesitzer, die ihren Hund besser verstehen und führen wollen. Ebenfalls im November führte Carsten Draheim von Kravolution den „Krav-Maga-Workshop – Women only“ und dem 5.11-Motto „Always Be Ready“ durch. Carsten ist ein weltweit gefragter Experte rund um das israelische Selbstverteidigungssystem und Chefausbilder und Leiter des Krav Maga Instituts in Köln. Er bildet im In- und Ausland Militär- und Polizeiangehörige aus.

Inhalte waren die Entstehung von Auseinandersetzungen, deren Vorbeugung, Fluchtwege sowie die Techniken auf bestimmte Annäherungen/Angriffe zu reagieren. Als Abschluss mussten sich die Teilnehmerinnen gegen einen körperlichen Angriff verteidigen und sich anschließend den Weg durch eine enge Gasse bahnen, in der sie von den anderen Teilnehmerinnern mit Schlagpolster eingeengt und zurückgedrängt wurden.

Im Dezember hieß es dann „Stop the Bleed“. Der Workshop-Serie mit Jerry Mayer von SAM Medical/Tactical Responder befasste sich vor allem mit der Anwendung des Extremitäten Tourniquet. Jerry ist Ausbilder für taktische Notfallversorgung und ebenfalls ehemaliger Kommandosoldat. Er erläuterte die taktische Notfallversorgung mit den die Schemen „ABCDE“ und „MARCHON“. Weitere Ausbildungspunkte waren die Bestandteile eines IFAK (Indiviual First Aid Kit), und dessen Abstimmung auf Umgebungen, Lagen oder erwartete Szenarien. Schwerpunkt dabei war das Extremitäten-Tourniquet, wie es angelegt wird und was es bewirkt. Vorgestellt wurden verschiedene Arten und Hersteller, allerdings wurde im Workshop hauptsächlich mit dem SAM Medical Extremity Tourniquet (XT) gearbeitet. Praktisch wurde das Selbst-Anlegen einhändig an Armen und Beinen durchgeführt.

Aufgrund des großen Erfolges und der Nachfrage soll dieser Workshop ab sofort quartalsweise angeboten werden. Weitere Themen für 2019 sind u.a. „Ausrüstung des Operators (Teil 2) – Der Battle-Belt“, Crossfit-Workshops (März), außerdem wird im Mai ein Practical Long Range Match in Dänemark unterstützt.

André Forkert

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