Die NATO Communications and Information Agency (NCIA) hat ein Konsortium aus Thales und Leonardo damit beauftragt, eine neue Generation sicherer, verlegbarer Kommunikations- und Informationssysteme (CIS) für das Allied Special Operations Forces Command (SOFCOM) bereitzustellen. Darüber haben die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung informiert. Dieses Projekt bildet der Information zufolge den Auftakt eines umfassenden Programms der NATO, das darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit der Spezialkräfte in der modernen Kriegsführung durch modernste Technologie zu stärken. Die europäische Partnerschaft nutzt bewährte und skalierbare Komponenten, um den dringenden Bedarf der Allianz an mobiler Führungsinfrastruktur zu decken.

Das Allied Special Operations Forces Command (SOFCOM) erhält eine neue Generation sicherer, verlegbarer Kommunikations- und Informationssysteme von Thales und Leonardo. (© Leonardo)

Sechs verlegbare Hauptquartiere für die SOCC

Der Vertrag umfasst den Angaben zufolge die Lieferung und die Ausbildung für sechs verlegbare Hauptquartiere, sogenannte Deployable Points of Presence for Special Operations Component Commands (DPOP SOCC). Diese Systeme basieren auf geschützten, klassifizierten Netzwerken und wurden speziell für die hohen operativen Anforderungen von Spezialkräften konzipiert.

Zu den zentralen Eigenschaften gehören eine ab dem ersten Tag einsatzbereite IT-Infrastruktur, robuste Kommunikationswege sowie hochleistungsfähige Rechenkapazitäten, die sich durch einen stark reduzierten, elektromagnetischen und physischen Fußabdruck auszeichnen. Das System schafft zudem eine sichere, domänenübergreifende Umgebung für den Austausch von Einsatzdaten und bietet eine starke Cybersicherheit sowie hohe Interoperabilität.

Erstmals wird im NATO-Kontext zudem die Echtzeit-Übertragung von Full Motion Video (FMV) über verschiedene verlegbare Systeme hinweg ermöglicht, was das Lagebild und die Effektivität im Einsatz maßgeblich verbessert.

Betrieb der Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus

Thales und Leonardo fungieren als Systemanbieter und stellen sicher, dass die Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrieben und modernisiert werden können. Neben der französisch-italienischen Kernpartnerschaft bezieht das Konsortium auch industrielle Kapazitäten und Schlüsseltechnologien aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich ein.

Während Thales seine Expertise bei sicheren Informationssystemen und der NATO-Referenzarchitektur einbringt, steuert Leonardo felderprobte, modulare Containerlösungen aus nationalen Führungsprogrammen bei. Diese Zusammenarbeit zweier europäischer Verteidigungsunternehmen gewährleistet, dass die NATO-Spezialkräfte ein modular erweiterbares Gesamtsystem erhalten, das im veränderten geopolitischen Umfeld die Führungsfähigkeit und die operative Flexibilität der Allianz sichert, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Gerhard Heiming