Die finnischen Streitkräfte und die schwedische Rüstungsbeschaffungsbehörde FMV haben am 15. Juni auf der Eurosatory eine Umsetzungsvereinbarung zur Vorbereitung der Beschaffung von geschützten Kettenfahrzeugen unterzeichnet. Die von dem finnischen Generalleutnant Jari Mikkonen und schwedischen Brigadegeneral Jonas Lotsne unterschriebene Vereinbarung ermöglicht eine enge Technologiekooperation während der Vorserienbeschaffung des neuen Kettenfahrzeugs Patria TRACKX sowie bei potenziellen Folgeaufträgen.

Die Kettenplattform TRACKX durchläuft derzeit ein intensives Testprogramm und soll 2027 serienreif sein. (© Patria)

TRACKX wurde im FAMOUS-Programm entwickelt

Das Fahrzeug wurde im Rahmen des vom Europäischen Verteidigungsfonds kofinanzierten FAMOUS-Programms entwickelt. Es kombiniert die Eigenschaften von Rad- und traditionellen Kettenfahrzeugen, um ein hohes Maß an ballistischem Schutz, Mobilität auf der Straße und Geländegängigkeit unter extremen Bedingungen zu bieten. Das System ist speziell für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen wie tiefem Schnee, Sümpfen und Wüsten konzipiert und eignet sich daher ideal für arktische Regionen.

Serienstart 2027 angestrebt

Neben der Geländegängigkeit zeichnet es sich durch ein hohes Lagebewusstsein und eine außergewöhnliche Reichweite aus, wobei Patria den Serienstart für das Jahr 2027 anstrebt. Für Finnland und Schweden steht die Verbesserung der Mobilität ihrer Landstreitkräfte unter arktischen Bedingungen im Vordergrund.

Die Vereinbarung regelt den Informationsaustausch während der aktuellen Testphase. Beide Nationen werden unabhängig voneinander nationale Entscheidungen über den Kauf von Vorserienfahrzeugen treffen und eigene Bewertungen zur operativen Eignung durchführen. Die Verantwortlichen erwarten durch die multinationale Kooperation und künftige gemeinsame Beschaffungen deutliche Kostensenkungen, eine verbesserte Versorgungssicherheit sowie eine höhere Interoperabilität der beteiligten Streitkräfte.

Gerhard Heiming