Die Bundesregierung hat sich mit den deutschen Eigentümerfamilien des Panzerbauers KNDS auf einen Direkteinstieg des Bundes mit 40 Prozent geeinigt und damit die letzte große Hürde für den bevorstehenden Börsengang in Frankfurt und Paris genommen. Der deutsch-französische Rüstungskonzern, der unter anderem die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc fertigt, wird im Zuge dessen mit rund 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, wobei der finale Kaufpreis zwischen sechs und sieben Milliarden Euro von der anschließenden Aktienentwicklung abhängt.
Börsendebüt bis Mitte Juli erwartet
Die offizielle Ankündigung der Emission mit einem angestrebten Volumen von drei bis vier Milliarden Euro wird für die erste Wochenhälfte erwartet, da am Mittwoch die letzte Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags vor der Sommerpause stattfindet. Als finaler Termin für das Börsendebüt gilt der 13. Juli, kurz vor dem französischen Nationalfeiertag.

Gleichgewicht der Kräfte
Mit diesem strategischen Einstieg sichert die Bundesregierung auch nach dem Börsengang ein Gleichgewicht der Kräfte mit dem französischen Staat, der wie die deutschen Gründerfamilien bisher 50 Prozent der Anteile hielt. Beim Börsengang selbst sollen jeweils zehn Prozent der Anteile aus dem Besitz Frankreichs und der Familien platziert werden. Ein späterer Einstieg in dieser Größenordnung wäre rechtlich nicht mehr möglich gewesen, da der Bund ab einer Schwelle von 30 Prozent ein Übernahmeangebot für den gesamten Konzern hätte vorlegen müssen.
Paneuropäischer Akteur im Landsystembereich
In einem offiziellen Statement begrüßte KNDS-CEO Jean-Paul Alary die politische Einigung zwischen Berlin und Paris ausdrücklich. Er betonte, dass dieses Rahmenwerk die Vision von KNDS als führendem paneuropäischen Akteur im Landsystembereich stärkt und die technologische Souveränität sowie die Verteidigungsfähigkeit Europas festigt. Das Abkommen sichere die strategischen Interessen der staatlichen Anteilseigner, während gleichzeitig die notwendige unternehmerische Autonomie des Managements gewahrt bleibt. Auf dieser Basis will KNDS weiterhin fokussiert auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und langfristigen Shareholder-Value agieren, um künftige Investitionen in Schlüsseltechnologien und die Konsolidierung der europäischen Verteidigungsindustrie aktiv voranzutreiben.
Gerhard Heiming

















