Hensoldt und IBM Deutschland haben am 12. Mai auf der AFCEA-Fachausstellung eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich „Software-Defined Defence“ unterzeichnet. Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung der von Hensoldt entwickelten Softwareplattform MDOcore, die militärische Systeme, Sensoren und Datenquellen softwarebasiert vernetzen soll. Die Kooperation soll insbesondere die Entwicklung zentraler Softwarefunktionen beschleunigen und gleichzeitig nationale Souveränitätsanforderungen berücksichtigen.
MDOcore für die gesamte militärische Datenkette
MDOcore verfolgt einen neuen Ansatz moderner Gefechtsführung: Nicht einzelne Plattformen stehen im Mittelpunkt, sondern die dynamische Vernetzung von Sensoren, Waffensystemen und Datenräumen über verschiedene militärische Domänen hinweg. Die Software sammelt und verarbeitet große Mengen unstrukturierter Sensordaten, analysiert diese mithilfe semantischer Technologien und künstlicher Intelligenz und erzeugt daraus handlungsrelevante Lagebilder und operative Entscheidungen in nahezu Echtzeit.
Die Plattform deckt dabei die gesamte militärische Datenkette ab – von Sensoren und Waffensystemen an der Front („Edge“) über mobile Rechenzentren im Einsatzraum („Fog“) bis hin zu gesicherten Multi-Cloud-Rechenzentren. Besonders wichtig ist die automatisierte Erkennung von Mustern und Anomalien in heterogenen Datenbeständen, was vor allem für militärische und nachrichtendienstliche Anwendungen von hoher Bedeutung ist. MDOcore kann sowohl in zertifizierten Cloud-Umgebungen als auch lokal beim Kunden betrieben werden.

Datenmanagement und vertrauenswürdige KI von IBM
IBM Deutschland bringt in die Partnerschaft vor allem Expertise in den Bereichen Datenmanagement, vertrauenswürdige KI, Automatisierung und Softwareentwicklung ein. Geplant ist unter anderem die Integration von Technologien aus der IBM-watsonx-Plattform sowie militärisch erprobter IBM-Softwarelösungen. Ziel ist es, vorhandene sichere Standardtechnologien zu nutzen, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Risiken bei komplexen Verteidigungssoftwareprojekten zu reduzieren.
Hensoldt betont dabei, trotz der Zusammenarbeit die volle Kontrolle über Architektur, Integration und Datenhoheit zu behalten. Beide Unternehmen sehen MDOcore als wichtigen Baustein für zukünftige informationsbasierte Einsatzführung und eine stärker softwaregetriebene, vernetzte Verteidigung innerhalb moderner Streitkräfte.
Gerhard Heiming


















