Das australische Verteidigungsministerium und der deutsche Sprengkopfhersteller TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH haben in einer Absichtserklärung die Stärkung von Lenkwaffen in Australien vereinbart. Bei der Unterzeichnung waren der Verteidigungsminister Australiens, Pat Conroy, und der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, anwesend.
Das australische Verteidigungsministerium und die MBDA-Tochter TDW werden Optionen für die Herstellung und Wartung von Gefechtsköpfen für die Naval Strike Missile und die Joint Strike Missile in Australien prüfen und damit australischen Unternehmen den Zugang zur globalen Lieferkette ermöglichen.
Die Naval Strike Missile (NSM) und die Joint Strike Missile (JSM) sind moderne Seezielflugkörper, die gegen hochleistungsfähige feindliche Kriegsschiffe oder landgestützte Ziele eingesetzt werden können.

Investition in Produktions- und Wartungsstätte
Die australische Regierung will das Vorhaben mit Investitionen in Höhe von bis zu 850 Millionen Dollar (umgerechnet 510 Millionen Euro) für den Aufbau einer lokalen Produktions- und Wartungsstätte für beide Raketentypen in einer neuen, hochmodernen Anlage nahe Newcastle, in Partnerschaft mit Kongsberg Defence Australia unterstützen. Diese Investition umfasse bis zu 137 Millionen Dollar (82 Millionen Euro), die für die Etablierung der heimischen Fertigung prioritärer Raketenkomponenten, einschließlich Gefechtsköpfen, vorgesehen sind.
Darüber hinaus hat die australische Regierung zugesagt, in den kommenden zehn Jahren 16 bis 21 Milliarden Dollar (10 bis 13 Milliarden Euro) bereitzustellen, um den Aufbau eines souveränen Unternehmens für Lenkwaffen und Sprengstoffe zu beschleunigen.
„Diese Absichtserklärung mit TDW stellt einen wichtigen Schritt nach vorn beim Aufbau einer Verteidigungszukunft „Made in Australia“ dar, die die australischen Streitkräfte stärken, unsere Widerstandsfähigkeit erhöhen und unsere Partnernationen durch Exporte unterstützen wird“, wird Pat Conroy zitiert.
NSM und JSM bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr hat 2021 NSM für die Ausstattung der Fregatten F124, F125 und F126 bestellt, die ab Mitte der 2020er Jahre eine erste Einsatzbereitschaft erreichen sollen.
Im Juli 2025 hat die Bundeswehr JSM als Bewaffnung für die Kampfflugzeuge F-35A bestellt. Die ersten F-35-A sollen noch in diesem Jahr geliefert werden. Eine erste Einsatzfähigkeit ist für die späten 2020er Jahre geplant.
Gerhard Heiming
















