Der Ende Dezember 2025 dem US-Kongress vorgelegte jährliche Bericht zur militärischen und sicherheitspolitischen Entwicklung Chinas konstatiert tiefgreifende Änderungen der Pekinger Strategie. Die Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die strategische Planung der USA und ihrer Verbündeten.

Seit dem Amtsantritt von Xi Jinping als Generalsekretär der Kommunistischen Partei hat sich der chinesische Verteidigungsetat verdoppelt. Sämtliche Bereiche des Militärs werden systematisch ausgebaut und modernisiert mit dem ausdrücklichen Ziel, bis 2027 in der Lage zu sein, Taiwan militärisch einzunehmen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Fähigkeit, im Kriegsfall die Oberhand über das US-Militär zu erringen.

Trotz der unübersehbaren Stärkung der chinesischen Streitkräfte will Peking allerdings nicht ausschließlich auf den militärischen Schlagabtausch mit dem US-Militär setzen. China versteht künftige Konflikte als Systemkonkurrenz ganzer Nationen. Die jüngsten Einschätzungen des US-Verteidigungsministeriums deuten darauf hin, dass die Volksrepublik China ihre sicherheits- und verteidigungspolitischen Strukturen zunehmend auf ein Modell der nationalen Totalmobilmachung ausrichtet.

Dieser Ansatz verbindet militärische Fähigkeiten, zivile Industrie, technologische Schlüsselbereiche und staatliche Steuerungsmechanismen zu einem integrierten nationalen Machtinstrument. Die Trennlinien zwischen zivilen und militärischen Ressourcen werden bewusst verwischt. Industrie, Logistik, Forschung, digitale Infrastruktur und gesellschaftliche Resilienz werden als integrale Bestandteile militärischer Handlungsfähigkeit betrachtet. Festzustellen ist hierbei, dass der Begriff „totaler Krieg“ nicht im klassischen Sinne eines Vernichtungskrieges verwendet wird, sondern die umfassende Mobilisierung nationaler Ressourcen zur Erreichung (auch begrenzter) politischer Ziele beschreibt.

Das Foto der „Zhong Da 79“ zeigt offen an Deck installierte militärische Komponenten. Die demonstrative Sichtbarkeit der Bewaffnung deutet darauf hin, dass China die militärische Nutzbarkeit ziviler Plattformen bewusst signalisiert.
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Integration ziviler Hochtechnologie in chinesische Militärprogramme

Ein Aspekt dieser Politik ist die Verzahnung ziviler Hochtechnologie mit militärischen Entwicklungsprogrammen. Die seit der Amtseinführung Xi Jinpings verfolgte militärisch-zivile Fusion bildet dabei den strategischen Rahmen, über den innovationsstarke Wirtschaftssektoren, insbesondere Künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleitertechnologie, Quantenforschung und Biotechnologie, systematisch in die Modernisierung der Volksbefreiungsarmee (PLA) eingebunden werden.