Das lettische staatliche Verteidigungsunternehmen Valsts aizsardzības korporācija VAK (State Defence Corporation, SDC) und die deutsche Dynamit Nobel Defence (DND) haben am 5. Februar mit einem Memorandum of Understanding (MoU) den gemeinsamen Aufbau einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland gestartet. Die Bedeutung des MoU unterstrich der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds durch seine Teilnahme an der Unterzeichnungszeremonie.
Gemeinsame Produktionsstätte für Panzerabwehrminen
Die gemeinsam errichtete Produktionsstätte soll in erster Linie den Bedarf der lettischen Streitkräfte an Panzerabwehrminen decken. Dazu sollen nach der Unterzeichnung des MoU gemeinsam mit in detaillierten Vorbereitungsarbeiten ein Kooperationsmodell entwickelt und die Bedingungen für die Projektumsetzung vereinbart werden. Ziel ist es, die Produktion so schnell wie möglich aufzunehmen. Die Absichtserklärung sieht auch die Beteiligung der lettischen Industrie an der Umsetzung des Projekts vor.

Zur Grundlage der nationalen Verteidigung Lettlands gehöre auch die eigene Fähigkeit, die Nationalen Streitkräfte (NAF) mit äußerst wichtiger Ausrüstung zu versorgen, sagte Sprüds. „Die Errichtung einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland ist ein strategischer Schritt in Richtung militärischer Selbstversorgung. Diese Partnerschaft mit der deutschen Industrie bestätigt, dass Lettland ein zuverlässiger Partner ist, der in der Lage ist, modernste Technologien in die lokale Produktion zu integrieren und gleichzeitig sowohl die nationale Sicherheit als auch das Wirtschaftswachstum zu stärken”, betonte er.
Vorstandsmitglied der SDC, Ingrīda Ķirse, erklärte, dass die SDC mit der Absichtserklärung und dem Projekt ihren Tätigkeitsbereich erweitern und diversifizieren wird. „Neben der derzeit in Entwicklung befindlichen modularen Treibladungsproduktionsanlage „ROLLO“ und dem in Zusammenarbeit mit „Rheinmetall“ gestarteten Großkalibermunitionsprojekt beabsichtigt SDC, sein Portfolio um die Produktion von Panzerabwehrminen zu erweitern.“
Dynamit Nobel Defence bringe sein langjähriges technologisches Know-how in die Zusammenarbeit ein und leiste damit einen konkreten Beitrag zur Stärkung der lettischen und europäischen Verteidigungsfähigkeiten sowie der Widerstandsfähigkeit sicherheitskritischer Lieferketten, erläuterte DND-CEO Michael Humbek.
Über das Memorandum und das Projekt
Die Anlage soll 2028 den Betrieb aufnehmen, schreibt das lettische Verteidigungsministerium. Sie werde einen vollständigen Produktions- und Lieferzyklus für den Bedarf der lettischen Streitkräfte bereitstellen und damit die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten erheblich erhöhen. Die geplante Produktionskapazität werde auch Exporte ermöglichen.
Die Partnerschaft mit DND garantiere die Einführung moderner Technologien in die lettische Industrie, was eine Voraussetzung für die Umsetzung eines so ehrgeizigen Projekts ist. Durch die Einbindung lokaler Unternehmen werde das Wachstum der lettischen Verteidigungsindustrie gefördert und gleichzeitig das Potenzial für zukünftige Produktexporte erschlossen.
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung baut auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen dem lettischen Verteidigungssektor und DND auf. Im Oktober 2025 schlossen das Verteidigungsministerium, das Staatliche Zentrum für Verteidigungslogistik und Beschaffung und DND einen Vertrag über die Beschaffung von Fernminensystemen (Skorpion 2) für die die lettischen Streitkräfte.
Gerhard Heiming












