Das lettische Verteidigungsministerium hat vor Kurzem bei Dynamit Nobel Defence für rund 50 Millionen Euro das ferngesteuerte Minenverlegesystem Skorpion 2 bestellt. Mit dem Vertrag hat Lettland auch die zugehörige Panzerabwehrminen AT2+ und Peripherie wie Werkzeuge, Ersatzteile und weitere systembezogener Ausrüstung in Auftrag gegeben. Außerdem wird DND das Personal für die Arbeit mit den Systemen schulen und die damit verbundene materiellen und technischen Mittel bereitstellen.

Stückzahlen und Zeitlinien für den Zulauf der Systeme hat das lettische Verteidigungsministerium ebenso wenig bekannt gegeben wie einen Zeithorizont, wann das System einsatzbereit sein soll.

Das Minenverlegesystem Skorpion 2 von DND kann schnell auf hochmobile Träger – hier ein Mercedes-Benz Unimog – integriert werden. (Foto: Dynamit Nobel Defence)

Skorpion 2 an die Ostgrenze Lettlands

„Der Kauf des Minenverlegesystems ist ein strategischer Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit unseres Landes“, sagte der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds. Der Kauf sei ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenderen Plans zur Stärkung der Sicherheit und Verteidigung der Ostgrenze Lettlands. Diese Investition stelle sicher, dass Lettland bereit ist, sein Territorium und seine Bevölkerung gegen jede Art von Bedrohung zu verteidigen, so Sprūds weiter.

AT2+-Panzerabwehrminen konform mit Oslo-Konvention

Skorpion 2 ist eine modulares Minenverlegesystem, dessen Werfer auf Paletten montiert ist, die in unterschiedlicher Anzahl bedarfsgerecht auf einem Trägerfahrzeug oder Anhänger integriert werden können. Aus zwanzig Schächten pro Werfer können die AT2+-Minen gemäß Sperrplan „verstreut“ werden. So kann in kürzester Zeit eine Sperre mit einer Länge von bis zu 2.000 Meter erzeugt werden. Der moderne Zünder verfügt über magnetische, seismische und Drucksensoren, mit denen die Ziele genau diskriminiert werden und zwischen Fahrzeugarten, Menschen und Tieren unterscheiden kann. Die Auslösung erfolgt nur, wenn das einprogrammierte Ziel erkannt wurde.

Die AT2+-Minen sind mit einem programmierbaren Selbstzerstörungsmechanismus ausgestattet, der die Mine nach festgesetzter Zeit zuverlässig neutralisiert. Damit gehört die AT2+ nicht zu Streumunition, die nach der Oslo-Konvention von verboten ist.

Gerhard Heiming