Hybride Antriebe für gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und autonomer oder ferngesteuerter Betrieb erfordern digitale Fähigkeiten der Panzergetriebe, um die Betriebsinformationen bereitstellen und verarbeiten zu können. Der absehbar hohe Bedarf an Panzerfahrzeugen aller Klassen erzeugt Ansprüche an Konstruktion und Produktion.

Hydromechanische Schalt-Wende-Lenkgetriebe (HSWL) verteilen in Panzerfahrzeugen die vom Antriebsmotor erzeugte mechanische Energie bedarfsgerecht auf die beiden Gleisketten, ermöglichen das Lenken bis zum Wenden und Übernehmen einen Teil der Bremsaufgabe. Zukünftige Kampfpanzer können außerdem Hybridantriebe mit Elektro- und Verbrennungsmotor erhalten und sollen bei Bedarf fernsteuerbar sein.

Alexander Sagel, CEO der Renk Group, und Michael Masur, CEO der Renk Vehicle Mobility Systems, stellten das HSWL 076 auf der DSEI vor. (Foto: Renk)

Next Generation Mobility

Das ist die Ausgangslage, in der der führende Anbieter von Antriebslösungen im militärischen Bereich, die Renk Group mit der Entwicklung neuer Getriebe für Kettenfahrzeuge beginnt. „Next Generation Mobility by Renk ist der Fahrplan für moderne und zukünftige Antriebssysteme für militärische Kettenfahrzeuge“, ,stellte Renk-CEO Alexander Sagel dem Round Table in Augsburg voran, bei der er die Innovationsagenda „Next Generation Mobility Solutions“ einem Kreis von Fachjournalisten vorstellte.

Renk plane, in den nächsten vier bis fünf Jahren knapp eine halbe Milliarde Euro in den fokussierten Ausbau von Kapazitäten sowie in Forschung und Entwicklung zu investieren, so Sagel. Das Unternehmen wolle seine Technologieführerschaft weiter ausbauen und den Anforderungen moderner Streitkräfte genügen. Leitlinien seien dabei die Zukunftsfelder Digitalisierung, Hybridisierung und autonome Plattformen.

„Wir entwickeln neue Getriebe mit Funktionen der nächsten Generation für Kampfpanzer und andere Fahrzeugplattformen der Zukunft“, ergänzte Michael Masur, CEO Renk Vehicle Mobility Systems.

Bei zukünftigen Kettenfahrzeugen sind der gesamte Antriebsstrang sowie andere mobilitätsrelevante Komponenten (zum Beispiel Kettenspanner, aktive Federung, Niveau-Regelung) digital vernetzt. Sensoren nehmen die Betriebszustände auf und (vorwiegend elektrische) Aktuatoren steuern die Komponenten. Ein Managementsystem analysiert die Daten, hält fahrsicherheitsrelevante Standards ein und stellt die aufbereiteten Daten für die Fahrzeugführung bereit.