Nach Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages am 10. September kann die Bundeswehr in einem Rahmenvertrag mehr als 24 geschützte, hochmobile Sanitätseinrichtungen Role 2B (ghmSanEinrR2B) bestellen.
Im Anschluss an die sanitätsdienstliche Erstversorgung direkt bei der Truppe (Role 1) bietet Role 2B (Basic) stabilisierende medizinische Versorgung unter anderem mit zusätzlicher Diagnostik, Notfallchirurgie und intensivmedizinischer Behandlung, um die Transportfähigkeit der Patienten herzustellen.

Rahmenvertrag läuft über 15 Jahre
Mit Abschluss des Rahmenvertrages, der über 15 Jahre laufen soll, erfolgt der Festabruf von sechs Systemen. Von den Bestellleistungen im Umfang von weiteren 18 Systemen sollen nach Vertragsschluss zwei ghmSanEinrR2B abgerufen werden, die zur Deckung des zusätzlichen Bedarfs der Brigade in Litauen bestimmt sind. Für die acht Systeme hat der Haushaltsausschuss 399 Millionen Euro freigegeben.
Hauptauftragnehmer wird die Rheinmetall Technical Publications, die die Rheinmetall Gesellschaften Rheinmetall Electronics GmbH, Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, Rheinmetall Mobile Systeme GmbH und Rheinmetall Project Solutions sowie die Unternehmen Drehtainer und C-OMS als Unterauftragnehmer beteiligt.
Der Zuschlag erfolgte nach Ausschreibung im September 2023. An dem sich anschließenden Wettbewerb haben sich anfangs fünf Unternehmen beteiligt.
Beschreibung des Systems
Die GHM San Heinrich R2-B besteht aus elf geschützten Fahrzeugen und ebenso vielen geschützten Containern. Während des Betriebs verbleiben die Container dauerhaft auf den Fahrzeugen, sodass die Forderung nach Hochmobilität erfüllt werden kann. Damit nicht nur die Einzelkomponenten, sondern das gesamte System in sich geschützt ist, sollen die Container miteinander verbunden werden, sodass ein zusammenhängender Verbund aus bis zu neun Containern und Fahrzeugen entsteht, in dem die sanitätsdienstliche Behandlung der Verletzten auf einer Ebene durchgeführt wird. Zwei Container – vermutlich für Ver- und Entsorgung – werden unabhängig vom Verbund betrieben.
Die Kopplung der Container scheint ein kritisches Element zu sein. Daher werden für das Vorseriensystem, das 2029 ausgeliefert werden soll, die Trägerfahrzeuge schon 2027 bereitgestellt, damit sie für die Erprobung frühzeitig verfügbar sind. Die weiteren Systeme werden im Zeitraum 2030 bis 2033 in gleichen Raten übergeben.
Die Fahrzeuge sind nach dem Standard für die Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) ausgerüstet. Sie werden aus Beständen der Bundeswehr mit explosionsfesten Navigationsgeräten (Explosion Resistant GPS Receiver, ERGR), Störsendern sowie Sanitäts- und Feldzeugmaterial ausgestattet.
Motivationsfaktor sanitätsdienstliche Versorgung
Die leistungsfähige sanitätsdienstliche Versorgung ist ein wichtiger Motivationsfaktor für die Soldaten im Einsatz. Das zeigt sich im Krieg in der Ukraine einmal mehr. Mit der ghmSanEinrR2B rückt die qualifizierte notfallchirurgische Behandlung nahe an die gefährdeten Soldaten und erhöht die Überlebens- und Wiederherstellungschance erheblich.
Gerhard Heiming














